Kommentar

Wie 5G unser Leben verändert

| Autor/ Redakteur: Denis Bederov / Kristin Rinortner

Welche der wichtigsten technischen Entwicklungen der Gegenwart wird enorme Auswirkungen auf unsere Zukunft haben? Neben Künstlicher Intelligenz gehört dazu auf jeden Fall der Mobilfunkstandard 5G.

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Denis Bederov ist Weltraum- und Systemwissenschaftler und Amateurfunker. Als Entrepreneur treibt er neue Zukunftsentwicklungen verantwortungsbewusst voran.
Denis Bederov ist Weltraum- und Systemwissenschaftler und Amateurfunker. Als Entrepreneur treibt er neue Zukunftsentwicklungen verantwortungsbewusst voran.
(Bild: Bederov)

Als Funktechniker finde ich die Entwicklung im Mobilfunk mehr als spannend. Die 5G-Technologie steht in den Startlöchern und wird den LTE-Standard in Deutschland ablösen. Ich halte diese Technologie für geradezu revolutionär. Sie wird dafür sorgen, dass unser, als Gesellschaft immer weiter ansteigender Datenhunger, gestillt wird. Daten werden nicht nur schneller übermittelt, sondern 5G sorgt dafür, dass mehr Endgeräte miteinander gekoppelt werden können. Der derzeitige Trend des Streamens riesiger Datenmengen oder das Online-Gaming wird weiter zunehmen.

Ebenfalls werden unsere Häuser und Wohnungen immer „smarter“, weil vermehrt auf digitale Kommunikation gesetzt wird. Mit der 5G-Technologie werden Prozesse der zunehmenden Digitalisierung erst realisierbar. In Wahrheit sehe ich 5G als unverzichtbar für den Fortschritt unserer Wissens- und Informationsgesellschaft an. Sie wird ebenfalls eine riesige Rolle spielen im Bereich der Industrie, da hier völlig neue Produktionsmöglichkeiten möglich sind.

Industrie 4.0 erhöht Kommunikationsdichte zwischen Menschen und Maschinen

Smart Home, Smart City und Smart Industry sind Begriffe, die wir zwar heute schon gebrauchen, deren Bedeutung sich jedoch mit der Zunahme an technologischen Möglichkeiten völlig verändern wird. 5G wird den Traum von der Smart Industry realisieren. Durch moderne Fortschritte wie verbesserte Speicherkapazitäten und Netze, (mobile) Applikationen, Big Data und Cloud Computing etc., sind Schlagwörter, die diese Form der Produktion erst ermöglichen.

Die industrielle Revolution 4.0 möchte schließlich die Kommunikationsdichte zwischen Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkten nachhaltig erhöhen. Dazu ist ein massiver Datenaustausch in Echtzeit notwendig. Die Verzahnung der Produktion mit moderner Kommunikationstechnologie wird ein Schlüsselelement der Industrie in den nächsten Jahrzehnten sein. 5G liefert die unhintergehbare Basis für dieses Vorhaben. Durch moderne Fortschritte wie verbesserte Speicherkapazitäten und Netze, (mobile) Applikationen, Big Data und Cloud Computing etc. wird die Entstehung der Smart-Factories erst ermöglicht.

Das Internet kennen wir nun schon ein paar Jahrzehnte. Nun kommt es zu einer Evolution in Richtung Internet der Dinge. Diese kommunizieren selbständig miteinander. Gleichzeitig soll diese Form des Internets jedoch nicht völlig isoliert vom Internet der Menschen fungieren, sondern es sollen gemeinsame Schnittmengen entstehen, wo diese notwendig sind. Ansätze einer Künstlichen Intelligenz können hier schon erkannt werden. Das Ziel wird sein, dass cyberphysische Systeme - das ist ein Verbund informatischer und softwaretechnischer Komponenten, mit elektronischen und mechanischen Teilen - selbständig Entscheidungen treffen und der Mensch nur mehr eingreifen muss, wenn es zu Problemen kommt.

Interpretation der Datenqualität erschwert Vernetzung

Natürlich gibt es auch in diesem Bereich Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Die Umsetzung der Smart Industry scheint in vielen Bereichen notwendig, allerdings nicht ohne Weiteres umsetzbar. Digitale Sabotage ist ein Thema, welches mit dieser Entwicklung natürlich an Brisanz zunimmt. Einflüsse auf die Produktion oder gar terroristische Attacken könnten über diesen Weg umgesetzt werden. Digital Security wird wohl einer der wichtigsten Punkte werden, wenn diese Form der Industrie sich nachhaltig durchsetzen soll.

Darüber hinaus muss man bedenken, dass unterschiedliche Bereiche in großen Unternehmen verschiedene Denkkulturen aufweisen, die nicht einfach miteinander verknüpfbar und kompatibel sind. Auch eine unterschiedliche Interpretation der Datenqualität scheint ein Punkt zu sein, welcher die Vernetzung erschwert. Zusätzlich muss bedacht werden, dass mit der Implementierung Künstlicher Intelligenz ein großes Stück an Kontrolle abgegeben wird. Wenn diese Systeme selbständig entscheiden dürfen, geben die Unternehmen einiges aus der eigenen Hand. Das damit auftretende Vertrauensproblem wird wohl nur im Laufe der Zeit lösbar sein.

Der Artikel ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

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