Ericsson und Valeo

Teleoperated Driving im Vorfeld der IAA 2019 erfolgreich getestet

| Redakteur: Jürgen Schreier

Im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung 2019 (IAA) haben Ericsson und der Automobilzulieferer Valeo erfolgreich das Fernsteuern eines Autos via Mobilfunk - Teleoperated Driving genannt - getestet. Der Test fand auf Nebenstraßen der Bundesautobahn A9, am Testfeld des Konsortiums 5G-ConnectedMobility statt.

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Der jetzt unter realen Bedingungen erprobte Anwendungsfall von Teleoperated Driving wurde im Aachener Ericsson Eurolab entwickelt und bei den Ericsson Innovation Days 2017 im Labor erstmals vorgestellt.
Der jetzt unter realen Bedingungen erprobte Anwendungsfall von Teleoperated Driving wurde im Aachener Ericsson Eurolab entwickelt und bei den Ericsson Innovation Days 2017 im Labor erstmals vorgestellt.
( Bild: Ericsson )

Vom 12. bis 22. September treffen sich in Frankfurt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2019 (IAA) die Größen der Automobilindustrie. Eines der Kernthemen der diesjährigen IAA wird die Vernetzung von Fahrzeugen sein. Kurz vor Messe-Start haben der schwedische Mobilfunknetzausrüster Ericsson und der französische Automobilzulieferer Valeo erfolgreich das Fernsteuern eines Autos via Mobilfunk an der A9 getestet.

Fahrer im Gaming Cockpit steuert VW Passat aus der Ferne

Das Szenario im Gebäude der Autobahnmeisterei Greding: ein klassisches Gaming Cockpit - also Fahrersitz, Gaspedal, Bremse, Bildschirm. Allerdings steuert der Fahrer keinen Aston Martin DB11 wie im Computerspiel "Need for Speed", sondern einen VW Passat rund 35 Kilometer entfernt auf einer Nebenstraße der Bundesautobahn A9. Auch in pucto "Speed" ging es dabei eher gemächlich zu. Neben Fahrten mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde wurde das Einparken aus der Ferne getestet. Die am Rande des Testfeldes des Konsortiums 5GConnectedMobility eingesetzte Technologieanwendung nennt sich "Teleoperated Driving", was so viel bedeutet wie das Fernsteuern eines Fahrzeugs via Mobilfunk.

Das Testnetz an der A9 bietet mit Network Slicing, dem virtuellen Unterteilen des Mobilfunknetzes in sogenannte Slices, eine besonders hohe Verfügbarkeit, um die Übertragung abzusichern. Die hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Kommunikation beim Teleoperated Driving machen diese Erweiterung unumgänglich. Ein zweiter Aspekt ist die im Testfeld im Vergleich zu kommerziellen Netzen verbesserte Reaktionszeit der 5G-Mobilfunktechnologie, die das Steuern in (nahezu) Echtzeit erst möglich macht.

IAA 2019: Mobile Perspektiven

Unter dem Motto „Driving tomorrow“ präsentiert sich die IAA 2019 als internationale Plattform für die Mobilitätswende. In Frankfurt treffen Besucher und Fachpublikum vom 12. bis 22. September auf jede Menge automobile Neuheiten,, Zulieferer, Anbieter neuester Mobilitätsdienstleistungen, innovative Tech-Unternehmen und angesagte Start-ups aus aller Welt.

Die Mobilität von morgen steht im Fokus der neuen IAA Conference in Halle 5. Sie bildet das inhaltliche Fundament der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) und bietet vom 11. bis 13. September 2019 drei Tage voller spannender Talks, Storys, Debatten, Keynotes und mehr auf vier Bühnen.

Ericsson und Valeo bringen Teleoperated Driving auf die Straße

"Teleoperated Driving ist ein wichtiger Baustein, um im Kontext von Autonomie und Vernetzung neue Formen der Mobilität zu ermöglichen. Zusammen mit Ericsson haben wir dieses Szenario nun praktisch erlebbar gemacht", erläutert Laurent Zimmermann, Vice President Connected Car bei Valeo.

"Es ist immer ein besonderer Moment, wenn aus innovativen Ideen Realität wird", ist sich Jan-Peter Meyer-Kahlen, Leiter des Ericsson Eurolab in Aachen, sicher. "Wir haben den 'Teleoperated Driving'-Anwendungsfall bei den Ericsson Innovation Days 2017 präsentiert und bringen ihn jetzt gemeinsam mit Valeo auf die Straße."

Die Ericsson Innovation Days finden in diesem Jahr am 25. und 26. September im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Ericsson, dem Aachener Eurolab, statt. Passend zum zehnten Jubiläum der Leistungsschau wird es aufgrund der großen Relevanz von 5G in der industriellen Anwendung zudem am Vortag, dem 24. September, das Industry 4.0 Forum geben. Neben zahlreichen Vertretern aus der Telekommunikationsbranche werden hier auch Vernetzungsexperten aus der Industrie zu Gast sein.

Eurlolab - die Entwicklungsschmiede für 2G bis 5G

Im Eurolab von Ericsson in Aachen wurde seit seiner Gründung im Jahr 1991 jeder Mobilfunkstandard von 2G bis hin zu 5G mitentwickelt. Auf der Arbeit der rund 500 MitarbeiterInnen aus mehr als 45 Ländern basieren bis zu 100 Patente pro Jahr. Aktuell steht der Einsatz der 5G-Technologie in Branchen abseits des klassischen Mobilfunks, wie zum Beispiel Industrie-4.0-Anwendungen, im Fokus der Aachener Entwickler.

Über 5G-ConnectedMobility

5G-ConnectedMobility schafft auf dem "Digitalen Testfeld Autobahn" eine dedizierte Netzinfrastruktur und eine reale Anwendungsumgebung, um insbesondere Tests in den Bereichen Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation, Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation und Digitalisierung der Eisenbahninfrastruktur mit 5G-Technologie durchzuführen. Die Teststrecke umfasst einen rund 30 Kilometer langen Bereich der Bundesautobahn A9 sowie der Bahnschnellfahrstrecke zwischen den Anschlussstellen Nürnberg-Feucht und Greding.

Mitglieder des 5G-ConnectedMobility-Projektes sind Ericsson, BMW Group, Deutsche Bahn, die drei Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone, das 5G Lab Germany an der TU Dresden sowie die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und die Bundesnetzagentur (BNetzA). Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie die Autobahndirektion Nordbayern unterstützen das Projekt.

Das Ziel von 5G-ConnectedMobility ist die Stärkung der 5G-Forschung und 5G-Entwicklung (F&E) in Deutschland und in Europa, sowie die Einbringung der technischen Anforderungen verschiedener Industrien in die internationalen 5G-Standardisierungsaktivitäten.

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