Industrie 4.0 Telekom und Ericsson schalten privates 5G-Netz am CCI ein

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Partner Telekom und Ericsson bauen ein privates 5G-Campus-Netzwerk im Center Connected Industry auf. Die 5G Standalone-Technologie unterstützt die Anforderungen neuer Industrie-Anwendungen in Kontext von Industrie 4.0 und des IIoT.

Die Demofabrik bietet die ideale Umgebung, um innovative Ideen aus der Forschung direkt in die Praxis umzusetzen. Auch der erste Streetscooter wurde dort 2016 in Vorserie produziert.
Die Demofabrik bietet die ideale Umgebung, um innovative Ideen aus der Forschung direkt in die Praxis umzusetzen. Auch der erste Streetscooter wurde dort 2016 in Vorserie produziert.
(Bild: CCI)

Die Deutsche Telekom und Ericsson haben heute das erste private 5G-Netz im Center Connected Industry (CCI) am Campus der RWTH Aachen eingeschaltet. Gemeinsam mit anderen CCI-Mitgliedern arbeiten die Partner an neuen Lösungen für die Fabrik der Zukunft.

"5G-Netze eignen sich besonders für industrielle Anwendungen mit hohen Leistungsanforderungen", sagt Antje Williams, SVP 5G Campus Networks der Deutschen Telekom. "Test-Umgebungen wie im CCI sind unerlässlich. Nur so können wir gemeinsam mit Partnern aus unserem Ökosystem, Kunden und Geräte-Herstellern komplette Lösungen rund um private 5G-Netze entwickeln und erproben.“

Campus-Netz basiert auf 5G-Standalone-Technologie

Das private Campus-Netz basiert auf der 5G-Standalone-Technologie von Ericsson, die im 5G-Spektrum der Deutschen Telekom läuft. Das Netzwerk ist derzeit als eine Indoor-Lösung aufgebaut. Derzeit ist dort ein autonomes Logistikgerät integriert. Dieses demonstriert mögliche zukünftige Anwendungen für die Industrie.

Das CCI setzt sich aus wissenschaftlichen Einrichtungen und Industrieunternehmen vieler Größen und Branchen zusammen. Konnektivität ist ein Schlüsselfaktor für die Unterstützung von Industrie-Anwendungen und Kundenbedürfnissen. Die Deutsche Telekom und Ericsson haben bereits im vergangenen Jahr ein Dual-Slice-Campus-Netzwerk auf der Basis von LTE aufgebaut.

Zwei wichtige Bereiche stehen für die Zusammenarbeit mit dem Center Connected Industry und den Partnern im Fokus: zum einen die Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen für die Industrie. Basierend auf den Anforderungen und Spezifikationen der Kunden werden Ansätze für Industrielösungen gemeinsam getestet und in der CCI-Campusumgebung bis zur Produktionsreife umgesetzt. Dafür wird die Produktionsumgebung des Kunden nachgestellt, sodass die Lösung nach erfolgreicher Produktentwicklung 1:1 in den Betrieb beim Kunden implementiert werden kann.

5G-Architektur unterstützt uRLLC-Anwendungen

Das private 5G-Standalone-Netz ist völlig unabhängig vom öffentlichen Netz und bietet dadurch eine dedizierte Konnektivität auf dem Campusgelände. Der Netzwerkserver, das Standalone-Core-Netz und die Antennen befinden sich alle auf dem Kunden-Gelände. Daher verlassen die Daten im privaten Netzwerk niemals den Campusbereich.

Diese 5G-Architektur eignet sich am besten zur Unterstützung unternehmenskritischer Anwendungen, die eine ultrakurze Reaktionszeit erfordern. Im 5G-Standard werden diese Anwendungen als uRLLC-Anwendungen beschrieben. Die Abkürzung steht für “Ultra-Reliable and Low-Latency Communication”. Sie beschreibt extrem zeitkritische Anwendungen mit der niedrigsten Latenzzeit von z.B. nur eine Millisekunde. Dies sind Dienste, die kürzeste Antwortzeiten erfordern und nicht ausfallen dürfen.

Nach einer ersten Erprobungsphase auf dem CCI-Campus werden Ericsson und Telekom weitere Tests auch an Kundenstandorten noch in diesem Jahr vorbereiten.

Managed Network Services für Microsoft Azure

Die Deutsche Telekom bietet ab sofort Managed Network Services für Microsoft Azure an. Abgedeckt wird das vollständige Netzwerk-Portfolio rund um die Cloud-Plattform von Microsoft. Damit bauen die beiden Unternehmen ihre Zusammenarbeit für Public Cloud Services weiter aus.

Immer mehr Unternehmen migrieren Teile ihrer IT in die Cloud. So steigt der Bedarf an einer gemanagten und sicheren Netzanbindung. Die Telekom hat sich deshalb dem Programm Azure Networking Managed Services (MSP) angeschlossen. Damit vereint das größte europäische Telko-Unternehmen das beste Netz mit Know-how über Netz-Services von Microsoft. Diese umfassen etwa:
• Virtual WAN (zum Anbinden verschiedener Standorte)
• Express Route (für private Verbindungen mit Azure-Rechenzentren)
• Sicherheit (Firewall, Abwehr von DDOS-Angriffen).

Die Telekom liefert gemanagte Services für Cloud Connectivity und Cloud Security. Als Mitglied des MSP-Programms können Telekom-Experten Kunden bei Migration auf Azure und dem Betrieb von Microsoft-Services noch besser unterstützen. Sie sind zudem an der technischen Entwicklung von Netzelementen beteiligt.

Die Telekom bietet ihre Dienstleistungen in den meisten Azure-Regionen an und vernetzt diese untereinander. Unternehmen können so auf ihre Anwendungen und Daten in den weltweit verteilten Rechenzentren zugreifen.

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