Opensignal-Report Telekom siegt bei der 4G-Download-Geschwindigkeit

| Redakteur: Jürgen Schreier

Alle reden von 5G- dabei gibt es hinsichtlich der 4G-Verfügbarkeit in Deutschland zwischen Stadt und Land noch immer eine Kluft. Auch die Download-Geschwindigkeiten differieren zwischen den Netzbetreibern. Das zeigt der jüngste Opensignal-Report.

Bei der 4G-Netzabdeckung ist keineswegs alles "paletti". Nach wie vor gibt es eine Kluft zwischen Stadt und Land und zwischen den Bundesländern.
Bei der 4G-Netzabdeckung ist keineswegs alles "paletti". Nach wie vor gibt es eine Kluft zwischen Stadt und Land und zwischen den Bundesländern.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die jüngste Analyse der mobilen Erfahrungen in Deutschland von Opensignal befasst sich mit der Kluft zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Dazu wurden die 4G-Verfügbarkeit und Download-Geschwindigkeiten in Stadt und Land über einen Zeitraum von 90 Tagen beobachtet.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Telekom-Nutzer hatten die höchste 4G-Verfügbarkeit in ländlichen Gebieten, und zwar in elf von 13 Bundesländern. Für Telekom-Mobilfunkkunden gab es auch den geringsten Unterschied in der 4G-Verfügbarkeit zwischen ländlichen und städtischen Gebieten.
  • Vodafone liegt in Bezug auf die 4G-Verfügbarkeit in ländlichen Gebieten nur geringfügig hinter der Telekom und konnte verwies die Telekom bezüglich der 4G-Verfügbarkeit in der Stadt auf den zweiten Platz.
  • Die Telekom dominiert in Bezug auf die Download-Geschwindigkeit sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten. Allerdings sind sind die Unterschiede zischen Stadt und Land beträchtlich.
  • Für O2-Nutzer ist die 4G-Experience nicht immer ein Erlebnis. Sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten müssen sie mit einer geringeren 4G-Verfügbarkeit zufrieden geben als die Kunden von Telekom und Vodafone, Das gleiche gilt für die Download-Geschwindigkeit in vielen Bundesländern (sieben für ländliche Gebiete und zwölf für städtische Gebiete).

In früheren Analysen, in denen Opensignal über die Nutzererfahrungen mit allen drei Mobilfunkbetreibern in Deutschland - also O2, Telekom und Vodafone - berichtet hat, wurde festgestellt, dass die Nutzer in ländlichen Gebieten weniger als drei Viertel der Zeit, in der sie in ein Mobilfunknetz eingebucht waren, 4G nutzten und dass dies zwischen den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich war.

Löchrige 4G-Netzabdeckung im ländlichen Rheinland-Pfalz

Zunächst zur 4G-Verfügbarkeit (ein Maß für den Anteil der Zeit, in der die Nutzer der Opensignal-App mit einem 4G-Gerät und einem 4G-Abonnement in der Lage waren, eine 4G-Verbindung herzustellen) und wie diese in den ländlichen und städtischen Gebieten für jeden Betreiber im vierten Quartal 2019 variierte (Analysezeitraum: 1. Oktober 2019 bis 30. Dezember 2019).

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Den größten Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Gebieten in der Zeit, in der sie per 4G verbunden waren, erlebten die O2-Nutzer. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die typischen "digitale Kluft" zwischen Stadt und Land. Am geringsten war der Unterschied bei den Telekom-Nutzern, die im Durchschnitt eine Differenz von 2,3 Prozentpunkten bei der 4G-Verfügbarkeit zwischen städtischen und ländlichen Gebieten hatten, während die die Verfügbarkeit im ländlichen Raum im Vergleich zum städtischen bei Vodafone und O2 bei 6,9 bzw. 17,9 Prozentpunkte zurückging.

Die größte Abweichung zwischen der höchsten und der niedrigsten beobachteten 4G-Verfügbarkeit sowohl für städtische als auch für ländliche Gebiete wurde von den O2-Nutzern festgestellt - für ländliche Gebiete variierte sie zwischen 81,4 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 49,8 Prozent in Rheinland-Pfalz, was einem Unterschied von 31,6 Prozentpunkten entspricht. Interessanterweise sahen auch die Vodafone-Nutzer eine 4G-Verfügbarkeit in den ländlichen Regionen von Rheinland-Pfalz von unter 80 Prozent. Etwas besser schnitt die Telekom ab, wo die Nutzer 88,8 Prozent 4G-Verfügbarkeit hatten.

Vodafone mir starkem Auftritt im urbanen Raum

Die Telekom-Nutzer erlebten im Beobachtungszeitraum in elf von 13 Bundesländern die höchste 4G-Verfügbarkeit in ländlichen Gebieten, während O2-Nutzer in zwölf Bundesländern die die niedrigste hinnehmen mussten. Vodafone hatte einen starken Auftritt in städtischen Gebieten, wobei seine Nutzer in fünf Bundesländern die höchste 4G-Verfügbarkeit sahen, während Telekom-Nutzer in nur zwei Bundesländern die höchsten Werte in urbanen Gebieten beobachteten.

Ein Blick auf einzelnen Bundesländer zeigt: O2-Kunden beobachteten 56 Prozent 4G-Verfügbarkeit im Saarland und 58,1 Prozent in Thüringen. Die 4G-Verfügbarkeit, die von O2-Nutzern in anderen ländlichen Gebieten beobachtet wurde, lag zwischen 60,6 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern) und 73,5 Prozent (Schleswig-Holstein),. Nordrhein-Westfalen war das einzige Bundesland, in dem Opensignal eine 4G-Verfügbarkeit von über 80 Prozent (81,4 Prozent) bei O2 in ländlichen Gebieten feststellen konnte.

Die Telekom war der einzige Betreiber, bei dem die Nutzer der Opensignal-App eine 4G-Verfügbarkeit in einigen ländlichen Gebieten von über 90 Prozent beobachteten (Sachsen 90,6 Prozent; und Sachsen-Anhalt knapp 91 Prozent). Der bundesweit niedrigste Wert lag bei 84,4 Prozent in Baden-Württemberg.

Telekom: Schneller Download in Stadt und Land

Die höchsten Download-Geschwindigkeiten bot das Netz der Telekom sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten (66,2 Mbit/s in Mecklenburg-Vorpommern und 38,5 Mbit/s in Nordrhein-Westfalen). Allerdings erlebten Telekom-Kunden auch den größten Rückgang der Download-Geschwindigkeit beim Wechsel von städtischen zu ländlichen Gebiete (ein Rückgang von durchschnittlich fast 20 Mbit/s), was allerdings durch die hohen Geschwindigkeiten in städtischen Gebieten bedingt war.

Vodafone-Nutzer verzeichneten die höchsten Geschwindigkeiten in Berlin (Stadt, 50,5 Mbit/s) und Brandenburg (Land, 25,9 Mbit/s), während die Nutzer von O2 in Sachsen-Anhalt (Stadt) und Nordrhein-Westfalen (Land) als Maximalgeschwindigkeiten 27 Mbit/s bzw. 24,8 Mbit/s verzeichneten.

Telekom-Nutzer beobachteten die höchste Download-Geschwindigkeit in 14 von 15 städtischen Gebieten. Die höchste Download-Geschwindigkeit für O2-Nutzer in städtischen Gebieten lag in etwa auf dem Niveau, die Telekom-Nutzer in ländlichen Gebieten beobachteten. Die niedrigste Download-Geschwindigkeit in ländlichen Gebieten wurde von O2-Nutzern in sieben Staaten und in zwölf Bundesländern in Städten beobachtet.

Die Differenz zwischen der Download-Geschwindigkeit in den besten und den schlechtesten städtischen Gebieten betrug im Beobachtungszeitraum bei der Telekom 26,8 Mbps und 33,2 Mbps bei Vodafone.

Wie funktioniert Opensignal?

Opensignal ist ein unabhängiges Unternehmen, das sich auf die Quantifizierung der Erfahrung mit mobilen Netzwerken spezialisiert hat. Das Unternehmen verwendet reale Daten von Benutzern aus der ganzen Welt, um Mobilfunknetze in über 88 Ländern zu untersuchen und entsprechende Reports und Statistiken zu erstellen.

Basis dafür ist eine werbefreie App, die für die Betriebssysteme iOS und Android kostenlos verfügbar ist. Nutzer der Opensignal-App können sich die Daten, die durch die Anwendung generiert werden, in Form von farbcodierten Karten anzeigen lassen. Das ermöglicht Leistungsvergleiche zwischen den Carriern und hilft bei der Auswahl des Netzbetreibers. 2013 wurde Opensignal von UK Trade & Investment als "UK's Most Innovative Mobile Company" ausgezeichnet.

Konkret sieht der Nutzer von der App Opensignal - 3G/4G/WiFi einen Graphen von nahegelegenen Signalen. Man erkennt drauf alle Mobilfunkantennen und WLAN-Router. Zudem sieht man, ebenfalls auf Karten, die Abdeckung von 2G-, 3G und LTE-Netzwerken in der Umgebung.

Auch hat der Nutzer mit Opensignal die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Verbindung zu ermitteln. So erkennt man schnell, welche Download- und Upload-Geschwindigkeit mit dem jeweiligen Netzwerk erreicht wird. Die App hat laut Opensignal inzwischen weltweit mehr als zehn Millionen Nutzer.

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