5G-Funkzugangsnetze Telcos und Tech-Firmen formieren Open-RAN-Lobbygruppe

| Redakteur: Jürgen Schreier

In der Open RAN Policy Coalition haben sich namhaften Netzbetreiber und Tech-Konzerne zusammengeschlossen, um die Open-RAN-Technologie auch auf politischer Ebene voranzubringen. Unter anderem mit dabei: AT&T, AWS, Cisco, Google, IBM, Microsoft, Qualcomm, Telefónica und Vodafone.

Open RAN soll die die Kombinierbarkeit von Mobilfunk-Komponenten verschiedener Hersteller gewährleisten.
Open RAN soll die die Kombinierbarkeit von Mobilfunk-Komponenten verschiedener Hersteller gewährleisten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Dem Online-Portal MobileWorld Live zufolge haben 31 namhafte Netzbetreiber und Technologieunternehmen eine Interessengruppe gegründet, die vor allem auf politischer Ebene Lobbyarbeit für Open RAN (offene Funkzugangsnetze) betreiben möchte. Insbesondere sollen Regierungsprogramme (unter anderem in den USA) unterstützt werden, die F&E-Aktivitäten in diesen Bereich und die die Übernahme dieser Technologie begünstigen.

Zur neuen Open RAN Policy Coalition gehören u.a. Airspan, Altiostar, AT&T, AWS, Cisco, CommScope, Dell, DISH Network, Facebook, Fujitsu, Google, IBM, Intel, Juniper Networks, Mavenir, Microsoft, NEC, NewEdge Signal Solutions, NTT, Oracle, Parallel Wireless, Qualcomm, Rakuten, Samsung Electronics America, Telefónica, US Ignite, Verizon, VMWare, Vodafone, World Wide Technology, and XCOM-Labs. Bekannte Infrastrukturausrüster wie Nokia, Ericsson und Huawei stehen aktuell nicht auf der Mitgliederliste.

Der Fokus liegt zunächst auf den USA

Diane Rinaldo wurde zur Exekutivdirektorin ernannt: Zuvor leitete sie die National Telecommunications and Information Administration (NTIA) der USA. In dieser Funktion hat sie auch die Regierung von Präsident Donald Trump beraten.

In einer Erklärung erläuterte Rinaldo, dass die Koalition das Ziel verfolge, "Interoperabilität und Sicherheit zwischen verschiedenen Akteuren zu gewährleisten und die Eintrittsbarriere für neue Innovatoren zu senken". In einem Blogbeitrag fügte sie hinzu, das Open RAN Policy Coalition auch anderen Open-RAN-Gruppen wie der O-RAN Alliance und dem Telecom Infra Project eine "politikorientierte" Unterstützung anbieten wolle.

Die Open RAN Policy Coalition wird nach eigenem Bekunden darauf hinarbeiten, Regierungen auf der ganzen Welt vom Open RAN Ansatz zu überzeugen. Aktuell sieht man jedoch die Lobbyarbeit in den USA als Schwerpunkt, da das Land eine wichtige Rolle spiele, wenn es darum gehe, die Entwicklung einer offenen Lieferkette für 5G-Technologien voranzutreiben.

Open RAN - ein Modell für Afrika?

Vodafone nannte weitere globale Ziele in einer gesonderten Erklärung: So sollten auch die zuständigen Behörden in Europa ermutigt werden, offene Funkzugangsnetze bei ihren künftigen Industriestrategien zu berücksichtigen und Forschung, Pilotprojekte und Einsätze von Open RAN zu unterstützen. Zudem will man internationale Institutionen adressieren, da die Open-RAN-Technologie die digitale Kluft in Afrika überbrücken könne.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46568708)