Smart Buildings

Risiken intelligenter Gebäudetechnik

| Redakteur: Jürgen Schreier

Smarte Gebäude verbessern nicht nur das Wohlbefinden ihrer Nutzer, sondern auch die Umweltbilanz. Allerdings haben die eingesetzten intelligenten Sensoren, Kontrollsysteme, Netzwerke und Apps einen Haken: Sie vergrößern die Angriffsfläche für Hacker. Der Artikel von Nozomi Networks umreißt, was man dagegen tun kann.

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Smarte Gebäude bieten Hackern zahlreiche Angriffsmöglichkeiten.
Smarte Gebäude bieten Hackern zahlreiche Angriffsmöglichkeiten.
( Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Viele Unternehmen verwenden smarte Technologien in ihren Büros und an ihren Arbeitsstätten. Sie sollen bessere Funktionalitäten bereitstellen, die Produktivität steigern und nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen insgesamt verbessern. Smart Buildings und intelligente Gebäudetechniken verwenden beispielsweise smarte Thermostate. Sie messen die Temperatur im Gebäude und schalten je nach Bedarf die Heizungssysteme an und regeln die Klimaanlage.

Dazu kommen intelligente Beleuchtungssysteme, die über Fernwartung gesteuert und automatisch an die jeweilige Tageszeit angepasst werden. Wenn ein Gebäude sich in ein Smart Building verwandelt, ist eines der Schlüsselattribute, die von der Technologie gelieferten Daten zu sammeln und sie zu nutzen, um intelligente Entscheidungen zu fällen.

Smart Buildings tragen nicht unwesentlich dazu bei, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der jeweiligen Gebäudenutzer zu verbessern. Auch spielen solche Gebäude eine Schlüsselrolle für die Umwelt und beim Umweltschutz. Allerdings wurde hin wieder und wieder beobachtet, dass diese internetfähigen Geräte und Ausstattungsgegenstände die gesamte Umgebung von außen angreifbar machen. Wer sich also entschließt das Bürogebäude seines Unternehmens zum Smart Building zu machen, der muss sich darüber im Klaren sein, dass sich die Angriffsfläche für Hacker erheblich vergrößert.

Eine Welt der Möglichkeiten - leider auch für Hacker...

Laut einer Erhebung von IDC werden Investitionen in das Internet der Dinge noch in diesem Jahr die gigantische Summe von 745 Mrd. US-Dollar erreichen. Das zeigt deutlich wie populär smarte Technologien inzwischen geworden sind, nicht nur beim Endverbraucher. Smarte Gebäudetechnik bietet eine Reihe von Vorteilen über die direkten Nutzer hinaus. Die Technologien tragen dazu bei, Kosten in nicht unerheblichen Maße zu senken. Zudem können sie die Umweltbilanz des Gebäudes deutlich verbessern. Eine intelligente Analyse der erhobenen Daten dient dann beispielsweise dazu den Energieverbrauch bei Bedarf zu drosseln.

Ein Beispiel jüngeren Datums wurde kürzlich im Magazin Forbes veröffentlicht. Im Head Office der New York Times in Manhattan war es gelungen den Energieverbrauch für die Beleuchtungssysteme von zunächst 1,28 Watt pro Quadratmeter auf 0,4 Watt zu senken. Das entspricht einer Energieersparnis von rund 70 Prozent. Das Medienunternehmen nutzt smarte Technologien unter anderem um Beleuchtungssysteme und sensorgesteuerte Beschattungssysteme zu kontrollieren.

Wenn es einem Hacker allerdings gelingt, sich Zutritt zu einem smarten Gebäude zu verschaffen, eröffnet ihm das eine Welt voller Möglichkeiten. Smarte Technologien sind notwendigerweise mit dem IT-Netzwerk des Gebäudes verbunden. Auf diesem Wege bieten sie Angreifern eine Vielzahl von neuen Entry Points. Internetfähige Gebäudetechnologien fungieren beispielsweise als Einstiegspunkt um eine Malware im Unternehmensnetz zu installieren oder aus diesen Geräten ein Botnetz zu formen oder sogar eine Ransomware-Attacke gegen ein Unternehmen zu fahren. Letztlich muss Sicherheit zwingend für jedes einzelne internetfähige Gerät, ob es sich um Lichtsysteme oder Kühlschränke handelt, durchdacht werden. Und zwar bevor diese Technologien in smarten Gebäuden eingesetzt werden.

Soft- und Hardware stets auf dem neuesten Stand halten

Wenn man an Licht- oder Beschattungssysteme denkt, ist leider immer noch den wenigsten bewusst, dass es sich bei diesen Systemen um attraktive Ziele für Hacker handeln könnte. Tatsächlich sind aber genau diese Systeme mit dem Unternehmensnetz verbunden. Dort wo vertrauliche Informationen und Anwendungen vorgehalten werden. Forschungsergebnisse haben es bereits wiederholt gezeigt, und die Erfahrung hat es bestätigt: Wenn Dinge mit dem Internet verbunden sind, dann sind sie auch Ziel von Hackerangriffen. Betreiber von Smart Buildings und Nutzer von intelligenten Gebäudetechniken kommen nicht umhin Sicherheit bei den Geräten zur obersten Priorität zu machen.

Will man in den Genuss der zahlreichen Vorteil kommen, welche die Konnektivität in smarten Gebäuden bietet, ist es unabdingbar sämtliche Netze und Geräte umfassend zu schützen und abzusichern. Wie gesagt, jedes einzelne dieser Geräte ist ein potenzieller Einstiegspunkt für einen Hacker. Dazu müssen die Betreiber smarter Gebäude eine Bestandsaufnahme aller Geräte im Netz machen und sie entsprechend verwalten. Jede Software und jede Hardware muss aktuelle Patches einspielen um Schwachstellen zu minimieren, die von Hackern ausgenutzt werden könnten.

Sicherheit geht vor

Auch in diesen Netzwerken ist der Mensch das schwächste Glied in der Sicherheitskette. Unternehmen sollten nicht darauf verzichten ihre Belegschaft regelmäßig zu schulen und für Bedrohungen zu sensibilisieren. Nicht zuletzt ist eine vergleichsweise traditionelle Methode wie Phishing nach wie vor besonders erfolgreich. Man sollte wissen, welche Anzeichen auf eine Phishing-Kampagne und manipulierte Anhänge hinweisen. Schlussendlich ist es entscheidend Sicherheitsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen zu installieren. Von der Netzwerksicherheit selbst bis hin zur Überwachung in Echtzeit. Letztere erlaubt es Anomalien zu erkennen, die auf eine mögliche Cyberbedrohung hinweisen.

Smart Buildings verfügen über eine Vielzahl von Sensoren, Kontrollsystemen, Netzwerken und Applikationen. Die zugrunde liegenden Technologien sind in erster Linie eingeführt worden um Arbeitsstätten effizienter zu machen, Kosten zu senken und nicht zuletzt um die weltweite Umweltbilanz zu verbessern. Diese Technologien haben allerdings gleichermaßen dafür gesorgt, dass sich die Angriffsfläche erheblich vergrößert hat. Als Folge davon sollten Sicherheitsüberlegungen für die betreffenden Geräte an erster Stelle stehen und zwar bevor diese Teil des Unternehmensnetzwerks werden.

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