Kerlink Radon-Überwachungssystem auf dem Ätna nutzt LoRaWAN

Redakteur: Jürgen Schreier

Auf Kerlink-Gateway-Technologie basiert das Radon-Überwachungssystem auf Europas aktivstem Vulkan, dem Ätna. Früher mussten Radiomessungen von Wissenschaftler vor Ort im Boden gemessen werden. Heute erfolgt das mittels Sensorik. Die Daten gehen über ein Kerlink-Gateway und LoRaWAN zur Auswertung an das Laboratoire de Physique in Clermont-Ferrand.

Ein Sehnsuchtsort: Der Ätna ist mit rund 3323 Metern über dem Meeresspiegel der höchste aktive Vulkan Europas. Er liegt auf der italienischen Insel Sizilien zwischen Catania und Messina.
Ein Sehnsuchtsort: Der Ätna ist mit rund 3323 Metern über dem Meeresspiegel der höchste aktive Vulkan Europas. Er liegt auf der italienischen Insel Sizilien zwischen Catania und Messina.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Wirnet Gateway des französischen Wireless-Spezialisten Kerlink ist funktechnisches Kernstück des des Radon-Erfassungsprojekts auf Europas aktivstem Vulkan, dem Ätna. Das kürzlich eingerichtete Netz, das den Ätna an der Ostküste Siziliens mit Vulkanologen im 1200 Kilometer entfernten Clermont-Ferrand verbindet, überträgt Radon-Messdaten.

Diese helfen den Wissenschaftlern in Frankreich, die Aktivität des Vulkans zu überwachen. Radon ist ein natürliches radioaktives Element, das in der Nähe von Vulkanen vorkommt und dessen Konzentration zur Vorhersage von Vulkanausbrüchen genutzt werden kann.

Autonome Radon-Sensoren messen Radon-Emissionen

Seit vielen Jahren haben Wissenschaftler Radon im Boden des 3300 m hohen Ätna gemessen, was aber Besuche vor Ort erforderlich machte. Ein neues System autonomer Radon-Sensoren, das französische Wissenschaftler in Clermont-Ferrand entwickelt haben und das vom LoRaWAN-Netzwerk unterstützt wird, misst aus der Ferne kontinuierlich Radon in Vulkangasfahnen. Das System ermöglicht auch die Messung von Radon-Emissionen in der Nähe der Spitze des Vulkans, einem Gebiet, das im Winter für die Entnahme von Bodenproben kaum zugänglich ist.

Eine Kerlink Wirnet-Station am Standort Ätna sammelt Daten von LoRaWAN-Knoten, die mit Radon- und meteorologischen Sensoren verbunden sind, und überträgt die Informationen über ihren eingebetteten 3G-Backhaul an den LoRa-Server in Clermont-Ferrand im französischen Nationalen Institut für Kern- und Teilchenphysik, wo die Wissenschaftler die Daten analysieren.

Noch nie dagewesenes Bild von den Ereignissen am Ätna

"Die Radon-Sensoren, die ihre Daten das ganze Jahr über nahezu in Echtzeit an den LoRaWAN-Server in Clermont-Ferrand senden, geben den Vulkanologen ein noch nie dagewesenes Bild von den Ereignissen am Ätna", freut sich Laurent Royer vom Laboratoire de Physique de Clermont. Dieses Labor ist eine gemeinsame Forschungseinheit der Universität Clermont-Auvergne (UCA) und des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), die das Ätna-Projekt unterstützen.

"Dieses Projekt hebt nicht nur die vielfältigen und wichtigen konkreten Anwendungsfälle hervor, die durch LoRaWAN-Netzwerke ermöglicht werden, sondern auch Kerlinks Position als führender Anbieter von robusten, hochleistungsfähigen Gateways für diese Anwendungsfälle", sagte Stéphane Dejean, Chief Marketing Officer von Kerlink. "Wirnet-Gateways ermöglichen und unterstützen mehrere IoT-Projekte in einigen der schwierigsten und anspruchsvollsten Umgebungen der Welt. Unsere Teams sind sehr stolz darauf, einen Beitrag zu dieser Art von wissenschaftlichen Forschungs- und Präventionsprojekten leisten zu können".

Das Vulkanforschungsprojekt wurde vom I-SITE Clermont CAP20-25-Projekt und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) finanziert.

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