RF-Lösungen

Qorvo stoppt Huawei-Belieferung und korrigiert Finanzprognose

| Redakteur: Jürgen Schreier

Der "Huawei-Bann" der der US-Regierung macht sich auch in der amerikanischen Wirtschaft bemerkbar. So hat der RF-Spezialist Qorvo die Belieferung des chinesischen Konzerns eingestellt. Zugleich korrigierte das an der Nasdaq notierte Unternehmen seine Finanzprognose nach unten.

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Der Umsatz von Qorvo mit Huawei machte zuletzt 15 Prozent des Gesamtumsatzes des US-Unternehmens aus.
Der Umsatz von Qorvo mit Huawei machte zuletzt 15 Prozent des Gesamtumsatzes des US-Unternehmens aus.
(Bild: Qorvo)

Qorvo, Anbieter von RF-Lösungen mit Sitz im amerikanischen Greensboro, hat im Rahmen einer Telco die Finanzprognose für das erste Quartal 2020 aktualisiert. Die Aktualisierung sei eine Reaktion auf die Maßnahme des Bureau of Industry and Security (BIS) des Handelsministeriums der Vereinigten Staaten, Huawei Technologies und 68 Huawei-Tochtergesellschaften in die vom Ministerium geführte "Entity List" aufzunehmen.

Qorvo setzt mit Huawei fast 470 Mio. Dollar um

Die Maßnahme verbietet den Verkauf aller unter die Exportverwaltungsvorschriften (EAR) fallenden Produkte an Huawei durch Qorvo, sofern keine entsprechende Ausfuhrgenehmigung vorliegt. Bisher haben Huawei und seine verbundenen Unternehmen mehrere Produkte aus den Segmenten Mobile Products und sowie Infrastructure and Defense Products bezogen.

Die Verkäufe an Huawei und seine Konzernunternehmen machten im Geschäftsjahr 2019, das am 30. März zu Ende ging, rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes von Qorvo aus. Die folgende Tabelle gibt die überarbeiteten Non-GAAP-Erwartungen für Umsatz, Bruttomarge und verwässertes Ergebnis je Aktie für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020 sowie die ursprüngliche Prognose wieder.

Qorvo hat seine Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2019 nach unten korrigiert.
Qorvo hat seine Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2019 nach unten korrigiert.
(Bild: Qorvo)

Qorvo prüft weiterhin die Auswirkungen der BIS-Aktion auf sein Geschäft, einschließlich der Möglichkeit, Lizenzen zu beantragen und zu erhalten, damit auch künftig Huawei beliefern kann. Bis auf Weiteres hat der Halbleiterspezialist die Lieferungen an Huawei und seine Tochtergesellschaften eingestellt.

Vorerst keine Prognose für Gesamtjahr 2020

Die Finanzprognose von Qorvo vom 7. Mai 2019 ging der BIS-Aktion voraus und spiegelte weder Lieferstopp an Huawei noch die Schritte wider, die erforderlich waren, um auf diese Maßnahme zu reagieren. Dementsprechend stellt Qorvo in der folgenden Tabelle überarbeitete Non-GAAP-Erwartungen für Umsatz, Bruttomarge und Ergebnis je Aktie für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020 sowie die vorherige Prognose zur Verfügung.

Für das zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2020 geht Qorvo davon aus, dass keine Produkte an Huawei verkauft werden und rechnet mit einem etwa gleichbleibenden Umsatz. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit dieser Situation gibt das Unternehmen derzeit aber keine neue Prognose für das Geschäftsjahr 2020 ab.

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