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Personen-Tracker unterstützt Einsatzkräfte bei Großveranstaltungen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Das Fraunhofer FIT nutzte das bunte Treiben bei "Rhein in Flammen" Anfang Mai 2019 für einen Feldversuch, um eine neue Version von Personen-Trackern für Einsatzkräfte bei Großveranstaltungen zu testen. Die Positionserkennung bei diesen Trackern erfolgt mittels GPS, die Datenübertragung über LoRa.

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Eine digitale Lagekarte in der Kommandozentrale zeigt stets in Echtzeit die Positionen der beteiligten Polizei-, Feuerwehr-, Rettungs- und Ordnungskräfte. Die Trackerdaten werden dabei via LoRa übertragen.
Eine digitale Lagekarte in der Kommandozentrale zeigt stets in Echtzeit die Positionen der beteiligten Polizei-, Feuerwehr-, Rettungs- und Ordnungskräfte. Die Trackerdaten werden dabei via LoRa übertragen.
(Bild: Fraunhofer FIT)

Ein spektakuläres Feuerwerk, zahlreiche Besucher und treibende Musik. Bei "Rhein in Flammen" Anfang Mai 2019 standen die großen Grünflächen am Bonner Rheinufer Kopf. Ein Forscher-Team des Fraunhofer FIT unterstützte dabei die Sicherheitskräfte mit einer neu entwickelten Technik: Mittels einer speziellen Tracking-Methode waren die Positionen der beteiligten Polizei-, Feuerwehr-, Rettungs- und Ordnungskräfte stets in der Kommandozentrale auf einer digitalen Lagekarte in Echtzeit sichtbar.

Die Tracker sind etwa so groß wie ein Autoschlüssel und können bequem an der Kleidung angebracht oder in den Taschen des Sicherheitspersonals verstaut werden. Sie übertragen den Standort des Trägers an die Kommandozentrale. Dort verfolgen die Verantwortlichen in Echtzeit die genaue Position der einzelnen Einheiten mithilfe einer digitalen Lagekarte. "Wir haben sehr darauf geachtet, dass die Tracker nicht zu einer Belastung im Arbeitsalltag der Ordnungskräfte werden, sondern zu einem Mehrwert. Das ist uns gelungen", erklärt Dr. Marco Jahn, Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT.

Veranstaltungsfläche mit nur zwei Antennen vollständig abgedeckt

Die Personen-Tracker basieren auf GPS zur Positionserkennung und nutzen LoRa (Long Range) zur Datenübertragung. LoRa ist ein auf das "Internet der Dinge" ausgelegtes Funkprotokoll und ermöglicht Reichweiten von mehreren Kilometern. So konnte während "Rhein in Flammen" die gesamte Veranstaltungsfläche mit nur zwei Antennen vollständig und redundant abgedeckt werden. "Der Vorteil unseres Systems besteht darin, dass es unabhängig vom Mobilfunknetz funktioniert und gleichzeitig kaum eigene Infrastruktur aufgebaut werden muss", so Jahn.

Von Einsatzkräften bequem am Körper zu tragen: der Tracker mit Notrufknopf
Von Einsatzkräften bequem am Körper zu tragen: der Tracker mit Notrufknopf
(Bild: Fraunhofer FIT)

Zusätzlich sind die Tracker mit einer Art Panikknopf versehen. Ein großer roter Knopf, der im Notfall gedrückt werden kann. Dadurch wird die Position der entsprechenden Einheit auf der digitalen Lagekarte hervorgehoben und die Verantwortlichen mit zusätzlichen Informationen versorgt. "Unser Ziel ist es, die ohnehin schwere Arbeit der Kräfte vor Ort zu erleichtern, um mehr Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen", so Fraunhofer-Forscher Jahn weiter.

Polizei-, Feuerwehr-, Rettungs- und Ordnungskräfte testeten im Laufe des Wochenendes insgesamt 45 Tracker. Alle Beteiligten waren zufrieden mit der Technik und erkannten den Wert des Systems. "Jederzeit über die aktuelle Position der Einsatzkräfte informiert zu sein, ist extrem hilfreich und erleichtert die Kommunikation und Koordination während solcher Großveranstaltungen ungemein", so Malik Dine von der Ordnungsbehörde in Bonn.

System besteht aus Trackern, Antennen und digitaler Lagekarte

Das System, bestehend aus Trackern, Antennen und der digitalen Lagekarte, wurde vom Fraunhofer FIT im Rahmen des EU-Projekts MONICA entwickelt und eignet sich für Großveranstaltungen jeglicher Art. Im Rahmen des MONICA-Projekts wird es unter anderem bei Pützchens Markt in Bonn (6. bis 10. September 2019) und der Fête des Lumières in Lyon (5. bis 8. Dezember 2019) wieder zum Einsatz kommen.

MONICA (Management Of Networked IoT Wearables – Very Large Scale Demonstration of Cultural Societal Applications) erprobt, inwieweit Sensortechnik und das Internet der Dinge die Sicherheit der Besucher bei Großveranstaltungen verbessern können. Das von der europäischen Union mit 15 Mio. Euro geförderte Projekt startete im Jahr 2017 und wird Ende dieses Jahres abgeschlossen.

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