IoT-Nachrüstung Ohne großen Aufwand ins Internet of Things

| Redakteur: Sebastian Human

Viele deutsche Mittelständler wollen mit dem Internet der Dinge profitabler wirtschaften, scheuen aber oftmals die dafür nötigen Investitionen. Retrofit beendet das Dilemma.

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Kostengünstig und ohne technischen Aufwand: Als sogenannte Retrofit-Lösungen lass sich IoT-Lösungen ganz einfach in bestehende Prozesse integrieren.
Kostengünstig und ohne technischen Aufwand: Als sogenannte Retrofit-Lösungen lass sich IoT-Lösungen ganz einfach in bestehende Prozesse integrieren.
(Bild: gemeinfrei / Pexels)

Die Maschinen der Krones AG laufen auf Hochtouren. Täglich befüllen die Aggregate Millionen unterschiedlicher Dosen, Flaschen und Formbehälter – egal ob aus PET, Aluminium oder Glas. Wenn ein Verschleißteil einmal ausfällt, sorgt das Internet of Things dafür, dass schnell Ersatz bereitsteht. Sobald das passende Ersatzteil bei Krones gefertigt ist, drückt ein Facharbeiter auf den IoT Service Button. Der sendet sofort eine Nachricht an die Cloud. Von dort wird per SMS oder E-Mail die Logistikabteilung kontaktiert, die dafür sorgt, dass das Ersatzteil schnellstmöglich zum Kunden gelangt.

Seitdem der Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen auf IoT-Technologie setzt, haben sich die Lieferprozesse wesentlich beschleunigt. Dabei hielt sich der Aufwand des mittelständischen Unternehmens für die Installation in Grenzen. Auch die Kosten für den von der Deutschen Telekom und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) gemeinsam entwickelten IoT Service Button blieben überschaubar. Die Retrofit-Plug&Play-Lösung funktioniert dank Mobilfunk ohne WLAN- oder Bluetooth-Verbindung.

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Mittelständische Unternehmen scheuen Investitionen

Für drei von vier mittelständischen Unternehmen ist die Digitalisierung in Richtung Industrie 4.0 ein entscheidender Erfolgsfaktor, in den sie investieren wollen. Das sagt zumindest der Finanzierungsmonitor 2019, eine Umfrage der TU Darmstadt und des Mittelstandsfinanzierers Creditshelf. Fast ebenso viele der befragten Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsbetrieben haben allerdings Bedenken, ob sie die digitale Transformation finanziell stemmen können. Und speziell bei IoT-Projekten schrecken kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor vermeintlich zu komplexer Installation und einem zu aufwändigen Betrieb zurück, der ohne IoT-Experten nicht zu bewältigen sei, so die PAC-Trendstudie Das Internet der Dinge im deutschen Mittelstand 2019.

IoT-Daten für Logistik-Unternehmen

In diese Bresche springen Retrofit-Lösungen: kleine, smarte, einfach zu installierende und zu nutzende Hardwarelösungen. „Mit solchen Retrofit-Lösungen wird das Internet of Things auch für den Mittelstand umsetzbar“, sagt Michael Schneider, Leiter Geschäftskunden-Marketing für M2M und IoT bei der Telekom Deutschland GmbH. Beispiel Logistik: Verzögerte oder gar beschädigte Lieferungen kann sich angesichts des scharfen Wettbewerbs kein Anbieter mehr leisten. Die Lösung sind zum Beispiel vernetzte, mobile IoT-Tracker, die sich an Containern und Paletten befestigen oder der Ware einfach beilegen lassen. Die kleinen Helfer senden ihre Sensordaten – etwa Position, Temperatur, Erschütterung – per Mobilfunk an eine IoT-Plattform in der Cloud. Die Lieferungen lassen sich so vom Logistiker während des Transports lückenlos in Echtzeit am Bildschirm überwachen.

Anwendungsbereich Gebäudemanagement

Eine weitere Branche, für die sich Retrofit-IoT-Lösungen bereits bewährt haben, ist das Gebäudemanagement. Egal ob Konferenz- oder Klassenraum, Hotel- oder Patientenzimmer: Räume sollen jederzeit angenehm klimatisiert, optimal ausgelastet und vor allem sicher sein.

Um Gebäude digital zu vernetzen und zu überwachen, sind günstige IoT-Sensorgeräte geeignet, die sich an Tür- und Fensterrahmen oder an der Decke nachrüsten lassen. Eine entsprechende Lösung registriert Temperatur, CO2-Gehalt der Raumluft oder auch Bewegungen und klärt darüber auf, ob der Konferenzraum regelmäßig ausgebucht ist oder noch Licht im Keller brennt. Die ermittelten Messdaten übertragen die Sensoren per Mobilfunk. Das Firmen-WLAN bleibt außen vor, Kabel müssen nicht verlegt werden. So wird aus einem Gebäude durch einfaches Nachrüsten ein Smart Building – und der Gebäudemanager hat über ein Webportal alle Räume in Echtzeit im Blick.

Der Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Industry of Things erschienen.

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