Narda STS

Neuer Real-Time Remote Analyzer auf SignalShark-Basis

| Redakteur: Jürgen Schreier

Als fernsteuerbare Variante bringt Narda STS seinen Real-Time Remote Analyzer auf SignalShark-Basis auf den Markt. Er erkennt, analysiert, klassifiziert und lokalisiert HF-Signale im Bereich zwischen 8 kHz und 8 GHz. Der Messkern der Remote Unit ist identisch mit dem des Handhelds.

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Ein besonderer Pluspunkt ist das modulare Konzept der SignalShark Remote Unit.
Ein besonderer Pluspunkt ist das modulare Konzept der SignalShark Remote Unit.
(Bild: Narda)

Auf Basis seines SignalShark bringt Narda Safety Test Solutions eine fernsteuerbare Variante auf den Markt. Der neue Real-Time Remote Analyzer erkennt, analysiert, klassifiziert und lokalisiert HF-Signale im Bereich zwischen 8 kHz und 8 GHz - und das mit hoher Präzision und Sicherheit. Das Gerät ist optimiert für die effiziente, zentral gelenkte Überwachung von Anlagen, die z.B. weit voneinander entfernt über ein großes Gebiet verteilt angeordnet sind. Das Modul löst aufwendige Mess- und Analyseaufgaben mit seiner hohen HF-Performance (superempfindlich und gleichzeitig übersteuerungsfest) ITU-konform.

Die SignalShark Remote Unit richtet sich primär an Regulierungsbehörden und Sicherheitsdienste, die Industrie, die Antennenmesstechnik sowie Anbieter, Betreiber und Dienstleister auf dem Mobilfunksektor.

Innerhalb seiner Echtzeitbandbreite von 40 MHz ist das SignalShark Remote Modul in der Lage, selbst kurz gepulste Signale ab 3,125 µs Dauer mit einer POI (Probability of Intercept) von 100 Prozent - und damit lückenlos - zu erfassen. Bei der Ausgabe von I/Q-Daten können 20 MHz davon mit voller 16-bit-Auflösung „VITA 49“-konform gestreamt werden. Ferner sorgt eine Scan-Rate von bis zu 50 GHz/s im „Spectrum Modus“ auch in großen Frequenzbändern für ein außergewöhnlich schnelles Erfassen der Signale.

Diese können dann dank seiner ausgeprägten Analysefunktionen (Echtzeitspektrum, Spektrogramm und Persistenz) mit einer äußerst hohen Frequenz- und Zeitauflösung analysiert werden. Im Hinblick auf seine erstklassigen technischen Eckdaten steht der Neue dem leistungsstarken Handheld, der bei seiner Entwicklung Pate stand, in nichts nach.

Messkern ist identisch mit dem des Handheld

Der Messkern der SignalShark Remote Unit ist identisch mit dem des Handhelds. Er verfügt über einen integrierten „Windows 10“-Computer und vier schaltbare HF-Eingänge Letztere bieten Anschlussmöglichkeiten für mehrere richtungsabhängige Antennen oder solche, die jeweils für einen bestimmten Frequenzbereich zuständig sind. Dadurch erübrigt sich ein sogenannter Switch, der bei herkömmlichen Spektrum-Analysatoren mit nur einem HF-Eingang zwischen verschiedenen Antennen hin und her schaltet.

Der interne Rechner fungiert dabei als Auswerteeinheit, die dafür Sorge trägt, dass lediglich aufbereitete Daten, etwa bei Unregelmäßigkeiten im betrachteten Spektrum, an die Zentrale weitergeleitet werden. Bereits vor Ort kann die Einheit also die gesamten Überwachungsaufgaben wahrnehmen.

Im Unterschied zu einer permanenten Übertragung aller Signale zur Zentrale mit nachträglicher Auswertung wird deutlich weniger Bandbreite belegt. Denn in der Regel ist in 99,99 Prozent der Fälle alles in Ordnung und es liegt gar keine Störung vor. Dennoch kann sich der Techniker, wann immer er das will, per Remote auf das Gerät aufschalten - zum Biepiel dann, wenn er sich den Report der letzten 24 Stunden ansehen möchte.

Das neue Remote Modul kann auch mit einer automatischen Antenne betrieben werden. Es unterstützt die automatische Peilung und TDoA-(Time Difference of Arrival), Techniken, die beispielsweise von Behörden für die breit angelegte Ortung von Störsignalen in Großstadtgebieten über mehrere zentral gesteuerte sogenannte „Spectrum Monitoring“-Stationen genutzt werden.

Signal gelangt via LTE-Modem zum Remote-Computer

Dabei kann mit einer automatischen Antenne die Richtung einer Störquelle gepeilt werden, während mindestens zwei solcher Antennen an unterschiedlichen Messpunkten eine genaue Positionsbestimmung über Triangulation ermöglichen. Dazu wird beispielsweise an mehreren strategischen Punkten jeweils ein SignalShark Remote Modul auf einem Gebäudedach montiert. Ohne Tastatur und Display, da diese dort oben in der Regel nicht gebraucht werden, aber mit Solarzellen und Pufferbatterie zur autarken Stromversorgung. Das eigentliche Signal gelangt schließlich via LTE-Modem über das Mobilfunknetz zum Remote-Computer des Betreibers.

Um in der Breite alle zentralen Überwachungs-, Analyse- und Peilungsfunktionen optimal in Fernwartung umsetzen zu können, bedarf es der Fernsteuerbarkeit, einer guten Zeitauflösung inklusive der Abbildung der absoluten Zeit (zum Beispiel synchronisiert über GPS) und eines allgemein verständlichen Protokolls, mit dem die Daten übergeben werden.

Eine Komponente dabei ist die Fernsteuersprache SCPI (Standard Commands for Programmable Instruments). Sie ermöglicht es, mit dem SignalShark Remote Modul in Kontakt zu treten und vereinfacht die entsprechende Treiberentwicklung. „VITA 49“-Streaming ist dabei ein weiterer Faktor, der bedeutet, dass auch der Output standardisiert ist, also die Antwort in einem Format ausgegeben wird, die jede Software versteht. Seine „Windows 10“-basierte, für Anwendungen von Drittanbietern offene Plattform unterstreicht zudem den Anspruch des Herstellers, seinen Kunden ein Messinstrument mit einem für die effiziente Fernüberwachung breiten, schier uneingeschränkten Einsatzspektrum zu bieten.

Kostensparende Lösung: zwei Empfänger in einem Rack

Ein weiteres Plus in puncto Vielseitigkeit ist das modulare Konzept der SignalShark Remote Unit. Mit einem Höchstmaß an Flexibilität kann die SignalShark Remote Unit ohne weiteres als freistehender Baustein (basic) eingesetzt werden. In diesem Fall erlauben USB-Ports den externen Anschluss von Tastatur und Display. Gleichzeitig passt das rund 2,1 kg schwere Modul gut geschützt durch sein kompaktes Aluminium-Gehäuse aber auch einfach (single) ebenso wie als doppelter Einschub (double) nebeneinander (1 HE) oder übereinander (2 HE) in jedes handelsübliche 19-Zoll-Rack-System.

Zwei Empfänger in einem Rack sind beispielsweise äußerst effektiv und kostengünstig, wenn die Überwachung einer größeren Bandbreite erforderlich ist. Dann können auf die Art mehrere dieser im Vergleich zu High-End-Eingeräte-Lösungen mit entsprechender Bandbreite erheblich preisgünstigeren Module spezifisch skaliert und kaskadiert werden. Der erste übernimmt den Bereich von 360 bis 400 MHz und der zweite den zwischen 400 und 440 MHz.

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