ctrlX AUTOMATION Neue Steuerungstechnik von Bosch Rexroth ist 5G-kompatibel

| Redakteur: Jürgen Schreier

Steuerungen und Sensoren, die in Anlagen, Maschinen und Logistikketten verbaut sind, werden vom Mobilfunkstandard 5G profitieren. Die neue Steuerungstechnik ctrlX AUTOMATION von Bosch Rexroth ist deshalb von Beginn an auf 5G ausgerichtet. Sie eignet sich gleichermaßen für die Erstausrüstung von Maschinen wie für das Retroftting.

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Bosch testet Industrie-4.0-Devices und -Systeme vor dem Launch am Markt in den eigenen Werken.
Bosch testet Industrie-4.0-Devices und -Systeme vor dem Launch am Markt in den eigenen Werken.
(Bild: Bosch)

5G kommt. Der neue Kommunikationsstandard soll für einen Schub bei Industrie 4.0 sorgen. Steuerungen und Sensoren profitieren von dieser schnellen und zuverlässigen drahtlosen Datenübertragung in Echtzeit. Außerdem soll der neue Kommunikationsstandard für weniger "Kabelsalat" und damit mehr Flexibilität in den Fabriken sorgen. Auch könnten private Campus-Netze perspektivisch WiFi-basierte Funknetze ersetzen oder zumindest ergänzen.

Um Maschinen und Ablagen darauf vorzubereiten, müssen sie allerdings 5G-fähig werden. Bosch Rexroth hat nach eigenen Aussagen die dafür passende Lösung im Köcher: Die neue Steuerungstechnik ctrlX AUTOMATION ist von Beginn an auf 5G ausgerichtet und in der Lage, eine Vielzahl von Geräten in der Industrie mit dem neuen Kommunikationsstandard zu verbinden. „Die Industrie schaltet mit 5G in den Turbo. Unsere neue 5G-fähige Automatisierungsplattform schafft die Voraussetzung und öffnet das Tor in ein neues Industriezeitalter,“ sagt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik.

ctrlX AUTOMATION unterstützt auch den Maschinen-Retrofit

Mit 5G wurde erstmalig ein Kommunikationsstandard entwickelt, der nicht nur die Vernetzung von Menschen adressiert, sondern auch das Internet der Dinge. 5G ist ist bis zu 20-mal schneller als 4G, überträgt Daten mit einer Latenz von einer Millisekunde nahezu verzögerungsfrei und sorgt mit einer Zuverlässigkeit von bis zu 99,9999 Prozent - sodass die digitale Botschaft den Empfänger so sicher erreicht als würde sie via Kabel versandt.

„5G ist eine Revolution und ein wichtiger Baustein für die Fabrik der Zukunft," ist Najork. Ingenieure und Konstrukteure stünden jetzt vor der Herausforderung, 5G in ihre Maschinen und Produkte zu integrieren. Die Hardware der neuen Automatisierungsplattform von Bosch Rexroth lässt sich mit einem 5G-Modul ausstatten. Betriebssystem und Software von ctrlX AUTOMATION sind von Beginn an 5G-kompatibel und unterstützen eine rasche Inbetriebnahme. Auch Maschinen im Bestand sind über Retrofit-Lösungen mit der neuen Technik nachrüstbar. Die neue Automatisierungsplattform von Bosch Rexroth, die auf der Automatisierungsmesse SPS im Dezember 2019 vorgestellt wurde, kommt nach Unternehmensangaben 2020 auf den Markt.

Immer mehr Devices werden vernetzt

Bis zu 70 Milliarden Geräte sollen 2025 weltweit vernetzt sein, schätzen Experten. Viele davon in der Industrie. 5G wird damit zum Wettbewerbsfaktor. Dank des neuen Kommunikationsstandards lassen sich Anwendungen, die eine hochleistungsfähige und äußerst zuverlässige Funkverbindung erfordern, sicher und effizient in die Produktionshallen integrieren.

Dazu zählen mobile Robotik, der Einsatz autonomer Transportfahrzeuge sowie das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Mit Hilfe von Augmented-Reality-Brillen bekommen Mitarbeiter beispielsweise Zusatzinformationen eingeblendet und können so Maschinen optimal überwachen und warten. Um die Aufgaben in der virtuellen mit jenen in der realen Welt zu kombinieren, bedarf es eines Datenflusses in Echtzeit - was 5G verspricht. „Die neue Form der Kommunikation stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. 5G wird der erste industriefähige Funkstandard", so Bosch-Manager Najork.

Test von Industrie-4.0-Produkten in den eigenen Werken

Um die Fabrik der Zukunft zu entwickeln, setzt Bosch auch im eigenen Unternehmen auf Industrie 4.0. Produkte werden zunächst in Bosch-Werken "im Feld" getestet und validiert, bevor sie auf dem Markt verfügbar sind. Diesen Ansatz verfolgt Bosch auch bei 5G. Auf der Hannover-Messe 2019 hat das Unternehmen mit ActiveShuttle ein erstes 5G-fähiges autonomes Transportsystem vorgestellt.

Für die Weiterentwicklung der Fabriken beantragte Bosch 5G-Lizenzen bei der Bundesnetzagentur, die den Aufbau von lokalen Campus-Netzen ermöglichen. Darüber hinaus hat Bosch den Vorsitz in der globalen Initiative 5G-ACIA übernommen mit dem Ziel, den neuen Kommunikationsstandard von Beginn an industriefähig zu gestalten.

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