Digitalisierung

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum unterstützt KMU beim RFID-Einsatz

| Redakteur: Jürgen Schreier

Auch der regionale Mittelstand profitiert von der Digitalisierung. Die entsprechende fachliche Unterstützung bietet dabei bayernweit das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg. So wurden bei zwei Unternehmen RFID-basierte Lösungen implementiert, mit denen (intra-)logistische Prozesse optimiert werden konnten.

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Mit Funketiketten werden Werkzeuge und Bauteile automatisch identifiziert.
Mit Funketiketten werden Werkzeuge und Bauteile automatisch identifiziert.
( Bild: fml TUM )

Wie digitale Innovationen den Betriebsablauf vereinfachen, ist für mittelständische Unternehmen oft gar nicht so leicht zu erkennen. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg unterstützt dabei bayernweit mit Potenzialanalysen. Die Erwin Kastner GmbH und die Spangler GmbH nutzten das kostenfreie Angebot für ihre Intralogistik: Der Einsatz der RFID-Technologie zur automatischen Identifikation von Geräten und Bauteilen verringert die Suchzeiten und damit die Durchlaufzeit.

Aufenthaltsort von Werkzeugen bzw. Bauteilen identifizieren

Die Erwin Kastner GmbH in Zusmarshausen und die Spangler GmbH in Töging im Altmühltal stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Nicht immer ist der Aufenthaltsort von Werkzeugen bzw. Bauteilen bekannt. Bei der Erwin Kastner GmbH, einem Handwerksbetrieb für Heizung und Sanitär, merken Monteure manchmal erst beim Kunden, dass ein bestimmtes Arbeitsgerät noch im Lager liegt und müssen zurückfahren – oder teures Werkzeug wird auf der Baustelle vergessen.

Beim produzierenden Unternehmen Spangler GmbH (Schaltanlagen) werden Bauteile auf Zuruf durch die Fertigungshalle nachgesteuert, wenn der Auftrag schon gestartet ist. Wegen einem Neubau braucht es eine neue Methode, um die Bauteile an die richtige Station nachzuliefern, auch wenn Fertigungsmitarbeiter nicht angetroffen werden.

Mit dieser Herausforderung kamen sie zum Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg. Die Fachleute unterstützen die Unternehmen kostenfrei mit praktischen Lösungsvorschlägen. Vor Ort bei Spangler und Erwin Kastner erarbeiteten sie gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitern erste Schritte. Möglich wird dies durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

RFID bringt Überblick und nützliche Benachrichtigungen

Bei beiden Unternehmen bietet sich die Technologie RFID (Identifizierung mithilfe elektromagnetischer Wellen) an. Doch wie funktioniert's? Aufgeklebte Sender identifizieren Gegenstände wie Werkzeuge, Produktkomponenten oder Bauteile. Eine Antenne erfasst gleichzeitig mehrere Objekte eindeutig, berührungslos und ohne direkte Sichtverbindung – wie auch im Skipass. Weil sie direkt mit den zentralen Datenbanken abgeglichen werden, erhalten die Mitarbeitenden überall einen Echtzeit-Überblick, wo sich was gerade befindet.

So werden die Prozesse effizienter: Bei Erwin Kastner sollen Mitarbeiter bereits beim Losfahren eine automatische Benachrichtigung aufs Smartphone erhalten, z.B. „Presswerkzeug fehlt“. Dass sie vom Einsatzort nochmal zurück ins Lager fahren müssen, soll der Vergangenheit angehören. Bei Spangler sorgt RFID für eine transparente Nachverfolgung: Die aufwändige Auftragssuche in der Fertigungshalle entfällt, die Durchlaufzeit verringert sich und Mitarbeitende haben Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten.

Online-Kurs „RFID in der Logistik“

Auf der Website vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg informiert ein E-Learning-Kurs genauer über die Technologie RFID. In kurzen Lerneinheiten erfahren Teilnehmende von der Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten – von überall, kostenfrei und ohne Anmeldung. Auch weitere Angebote wie Potenzialanalysen oder Schulungen können Unternehmen bayernweit kostenfrei nutzen.

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