Ultrabreitband Mitarbeiter schützen: Wie Echtzeit-Lokalisierung dabei helfen kann

| Autor / Redakteur: Dr. Oliver Trinchera / Jürgen Schreier

Echtzeit-Lokalisierungssysteme wie das von von Kinexon dienen unter anderem dazu, die Shopfloor-Auslastung innerhalb von Werken zu analysieren. Die Firma ASM nutzt das UWB-basierte System jetzt auch dazu, um die Corona-bedingten Mindestabstände der Werker zu prüfen.

Firma zum Thema

Social Distancing: Die "grünen" Personen halten den erforderlichen Sicherheitsabstand ein; bei den "roten" ist der Abstand zu gering.
Social Distancing: Die "grünen" Personen halten den erforderlichen Sicherheitsabstand ein; bei den "roten" ist der Abstand zu gering.
(Bild: Kinexon)

Das Coronavirus hält Unternehmen rund um den Globus in Atem und stellt sie auf eine starke Belastungsprobe. Zahlreiche Produktionen, wie die von Volkswagen oder anderen Herstellern, haben bereits auf den Pause-Knopf gedrückt. Andere Unternehmen versuchen währenddessen schnelle Entscheidungen zu treffen, um den Betrieb ihrer Anlagen auch in diesen herausfordernden Zeiten zu sichern – und dabei gleichzeitig die Mitarbeiter zu schützen. Die Faustregel der Stunde lautet neben Masken- und Hygienevorschriften: Abstandsregeln einhalten!

Ausnahmesituationen erfordern schnelles Handeln

Ausnahmesituationen, wie die schnelle Ausbreitung von Covid-19, erfordern schnelles und agiles Handeln: Das hat auch die Firma ASM erkannt. „Wir müssen Social Distancing sicherstellen, um unsere Mitarbeiter zu schützen. Aber wir müssen auch die Produktion bestmöglich am Laufen halten, um wirtschaftlich durch diese Zeit zu kommen“, so Philip Markus, Project Manager bei dem Maschinenbauunternehmen.

Kurzerhand hat die Firma deshalb entschieden, eine bereits implementierte Technologie in ihren Fertigungsstätten in ihrer Nutzung zu erweitern – und zwar die des Echtzeit-Lokalisierungssystems von Kinexon. Erst im vergangenen Jahr installierte der Technologiepartner das System. Das initiale Ziel war es, die Shopfloor-Auslastung innerhalb der Werke zu optimieren.

System überprüft physische Abstände zwischen Mitarbeitern auf dem Shopfloor

Neben dem ursprünglichen Use Case nutzt ASM das UWB-basierte Echtzeit-Lokalisierungssystem von Kinexon, um die physischen Abstände zwischen Mitarbeitern auf dem Shopfloor zu überprüfen und einen Mindestabstand zu gewährleisten. Hierzu tragen die Mitarbeiter kleine Sensoren, während unter der Hallendecke installierte Anker ihre Bewegungen in einem fest definierten Bereich erfassen. Die daraus generierten und anonymisierten Daten werden in Echtzeit innerhalb der Kinexon Real-Time-IoT-Plattform (RIoT) analysiert und mit externen Daten anderer Systeme verarbeitet.

Project Manager Philip Markus erklärt weiter: „Zum einen haben wir unsere Mitarbeiter dazu aufgefordert, auf dem Shopfloor stets mehrere Meter Abstand zu halten. Zum anderen sollen sie sich auch nicht beim Schichtwechsel begegnen. In der Real-Time-IoT-Plattform von Kinexon können wir nachvollziehen, ob diese Vorgaben auf dem Shopfloor funktionieren.“

Echtzeit-Lokalisierung - starkes Tool im Kampf gegen Corona

Von Effizienzsteigerung in der Produktion bis hin zur Kostenreduzierung: Die Einsatzbereiche von Echtzeit-Lokalisierung sind vielseitig. Das Kinexon RTLS (Real-Time Location System) ist heute im Industriebereich eines der performantesten Systeme auf dem Markt.

Genutzt wird die Technologie bereits von renommierten Unternehmen, wie Continental oder BMW. Die aktuelle Situation und die neuen Herausforderungen, mit denen sich Unternehmen heute konfrontiert sehen, eröffnen neue Geschäftsfelder für den Einsatz von Echtzeit-Lokalisierung – und zeigen: RTLS entpuppt sich als starkes Tool im Kampf gegen Corona.

Use Cases: Echtzeit-Lokalisierung in Zeiten von Corona

1. Social Distancing: aus Solidarität Abstand nehmen

RTLS und Social Distancing – das ideale Zusammenspiel: Unternehmen können mit dem Einsatz von präziser Echtzeit-Lokalisierung prüfen, ob der physische Mindestabstand zwischen Mitarbeitern eingehalten worden ist. Die Bewegungsdaten sind dabei anonymisiert, indem die Sensoren nicht mit Informationen zu ihren Trägern verknüpft werden. Dem Controlling bieten sich dadurch wertvolle Live-Insights, die dabei helfen, reaktionsschnell und faktenbasiert zu reagieren. Fehlplanungen können so verhindert und Arbeitsplätze gesichert werden. Auf diese Weise kommen Arbeitgeber ihrer Pflicht nach, ihre Mitarbeiter zu schützen. Gleichzeitig können sie ihre Produktion in Betrieb halten – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

2. Digital Hygiene Twin: immer den Überblick behalten

Hygiene als A und O: In Zeiten von unbedingter Desinfektion ist es wichtig, auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter frei von allen potenziellen Gefahren zu halten. Das Kinexon RTLS ermöglicht es, auch Reinigungskräfte anonym zu tracken. Hier ist es ebenfalls notwendig, dass diese die Sensoren bei der Arbeit tragen. So können Unternehmen nachvollziehen, welche Bereiche wie lang gereinigt worden sind, und ob die notwendigen Hygienemaßnahmen eingehalten worden sind – alles im Zeichen des Mitarbeiterschutzes!

3. Zugangsmanagement: weniger bringt mehr

Neben der Einführung einer Maskenpflicht oder anderen Maßnahmen zur gezielten Bekämpfung von Covid-19 hat sich vor allem eine Maßnahme vielerorts durchgesetzt: ein geregeltes Zugangsmanagement. Oft erfordert dies derzeit noch viel menschliches Zutun, z.B. persönliche Kontrollen am Eingang. Um zu gewährleisten, dass die Anzahl der Mitarbeiter auf dem Shopfloor eine gewisse Zahl nicht übersteigt, können Echtzeit-Lokalisierung und vorher definierte Geofences auf digitale Art und Weise helfen. Das macht es Unternehmen ebenfalls einfacher, den physischen Abstand einzuhalten – also mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Schneller Wiederanlauf, sichere Mitarbeiter und stabile Produktionsprozesse

Das Fazit lautet: Echtzeit-Lokalisierung kann Unternehmen in vielerlei Hinsicht im Kampf gegen Corona unterstützen. Mit dem Einsatz können Unternehmen durch aktive Abstandsregulierung ihre Mitarbeiter schützen und ein geringeres Infektionsrisiko auf ihrem Shopfloor sichern. Gesunde Mitarbeiter bedeuten in diesem Zuge auch eine “gesunde” Produktion. Der Betrieb kann mittels vorangegangener Maßnahmen – in puncto Organisation und Hygiene – schneller wieder anlaufen.

Dr. Oliver Trinchera ist Mitgründer und Geschäftsführer von Kinexon. Er studierte BWL und Elektrotechnik an der TU München. Parallel studierte er Technologie-Management am Center for Digital Technology and Management (CDTM). Anschließend promovierte er an der TU München.
Dr. Oliver Trinchera ist Mitgründer und Geschäftsführer von Kinexon. Er studierte BWL und Elektrotechnik an der TU München. Parallel studierte er Technologie-Management am Center for Digital Technology and Management (CDTM). Anschließend promovierte er an der TU München.
(Bild: Kinexon)

(ID:46508118)