5G-MOBIX

Mit 5G mobil auf Europas Straßen

| Redakteur: Jürgen Schreier

5G-MOBIX, ein neues Projekt zur Sicherung des autonomen Fahrens auf den europäischen Hauptverkehrswegen, wird mit insgesamt 26,5 Millionen Euro gefördert. Projektziel ist die Sicherstellung des vernetzten, autonomen Fahrens auch über Grenzen hinweg. Dabei spielt der Mobilfunkstandard 5G eine entscheidende Rolle.

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Test für Europa: Die digitale Protokollstrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren entlang der Straße des 17. Juni in Berlin wird mit 5G ausgestattet. Dort soll die Vision auch für europäische Verkehrswege getestet werden.
Test für Europa: Die digitale Protokollstrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren entlang der Straße des 17. Juni in Berlin wird mit 5G ausgestattet. Dort soll die Vision auch für europäische Verkehrswege getestet werden.
( Bild: TU Berlin/PR/Anna Groh )

Tausendmal höhere Übertragungsgeschwindigkeiten von digitalen Daten: Dies ist das Versprechen des Mobilfunkstandards 5G, dessen Einführung unmittelbar bevorsteht und die Aussichten auf eine sprunghafte Entwicklung des autonomen Fahrens in greifbare Nähe rückt. Damit autonom fahrende Autos und Transporter nicht an den Grenzen Halt machen müssen, forschen EU-weit 46 Partner im neuen Projekt 5G-MOBIX an der Sicherstellung des vernetzten, autonomen Fahrens auch über Ländergrenzen hinweg.

Das Projekt 5G-MOBIX wird im Rahmen des Horizon-2020-Programms der EU mit 26,5 Millionen Euro gefördert. In Deutschland wird das Projekt vom DAI-Labor der TU Berlin geleitet.

Das DAI-Labor (Distributed Artificial Intelligence Laboratory) und der Lehrstuhl "Agententechnologien in betrieblichen Anwendungen und der Telekommunikation" an der TU Berlin erforschen und entwickeln Technologien zur Realisierung einer neuen Generation von Systemen und Lösungen - "Smart Services und Smart Systems". Das DAI-Labor verfolgt dabei das Ziel, die entwickelten Lösungen in einer realen Umgebung zu testen und für die Benutzer "anfassbar" zu machen.

Sensoren stellen gewaltige anonymisierte Datenmengen bereit

„In einer vernetzten und digitalisierten Welt, wo die Daten in Mengen und in Millisekundenschnelle fließen müssen, reicht der derzeitige Standard 4G, bekannt unter dem Kürzel LTE, längst nicht mehr aus; vor allem für das autonome Fahren“, sagt Prof. Dr. Sahin Albayrak. Der Informatiker hat das DAI-Labor an der TU Berlin aufgebaut (Distributed Artificial Intelligence Laboratory) und leitet das Fachgebiet Agententechnologien in betrieblichen Anwendungen und der Telekommunikation.

Das neue Projekt 5G-MOBIX ist Bestandteil des 5G-Aktionsplans für Europa (5GAP), das die digitale Transformation vorantreiben will - insbesondere im Bereich der vernetzten und automatisierten Mobilität (CAM). Es steht im Zusammenhang mit dem Aufbau der digitalen Teststrecke DIGINET-PS mitten in Berlin, die derzeit ebenfalls durch das DAI-Labor realisiert wird.

Dabei stellen Sensoren gewaltige anonymisierte Datenmengen bereit, aus denen durch intelligente Verfahren wichtige Informationen gewonnen werden können, die die Kommunikation zwischen Fahrzeugen auf dieser Strecke quasi in Echtzeit ermöglicht und damit das automatisierte Fahren. Mithilfe eines dichten Netzes dieser Sensoren soll mit Autos, Bussen und anderen Fahrzeugen das automatisierte Fahren in seiner ganzen Komplexität abgebildet und getestet werden.

5G sorgt für schnellen und sicheren Datentransfer

„Dafür ist ein schneller und zuverlässiger Datentransfer mit 5G unentbehrlich“, erläutert Sahin Albayrak. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) innerhalb der „Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren“ mit 3,7 Millionen Euro gefördert. In dem neuen 5G-MOBIX-Projekt sollen für Deutschland nun zunächst die Teststrecke in Berlin sowie das Testlabor in Stuttgart mit 5G ausgestattet werden.

Mittelfristig will 5G-MOBIX die Vision des vernetzten und automatisierten Fahrens für europäische Verkehrswege umsetzen. Das Konsortium der 46 europäischen Projektpartner führt die Public Private Partnership ERTICO ITS EUROPE. Es wird im europäischen Forschungsförderprogramm Horizon 2020 mit insgesamt 26,5 Millionen Euro gefördert. Das deutsche Konsortium, das vom DAI-Labor geführt wird, arbeitet mit den drei Partnern GT-ARC gGmbH, der Daimler AG sowie der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen, die alle als An-Institute beziehungsweise durch gemeinsame Berufungen mit der TU Berlin verbunden sind.

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