Mood Tracking

Liebes Smartphone, es geht mir gut!

| Redakteur: Jürgen Schreier

Smarte Uhren, die unsere körperliche Aktivitäten aufzeichnen und dann per App Fitness-Tipps generieren, sind Standard. Apps, die unsere Stimmung "tracken" und uns z.B. "aufmuntern" können, sind hingegen noch Neuland. Eine Doktorandin an der Universität Duisburg-Essen sucht nun Probanden, die eine solche App testen möchten.

Smarte Uhren und entprechende Apps tracken unsere körperliche Verfassung. Sogenannte Mood Tracker sollen sich künftig um unsere "Stimmung" kümmern.
Smarte Uhren und entprechende Apps tracken unsere körperliche Verfassung. Sogenannte Mood Tracker sollen sich künftig um unsere "Stimmung" kümmern.
( Bild: Pixabay / CC0 )

"Ich denke, du brauchst eine Pause." In Zukunft könnte unser Smartphone das suggerieren, wenn es merkt, dass wir unter großem Stress stehen. Grundlage dafür sind Mood-Tracking-Apps, die helfen können, unseren Alltag zu strukturieren. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) suchen nun Freiwillige, die ehrlich antworten, wenn ihr Smartphone fragt: "Wie geht es dir?"

Die App für "mentale Gesundheit"

Fitnesstracker und Smart Watches, die unsere körperlichen Aktivitäten verfolgen, gehören seit langem zum Alltag. Aber während wir damit unsere körperliche Fitness fördern, leidet womöglich unsere Seele. Sind wir für längere Zeit depressiv, so könnte ein derartiges System uns sanft ermutigen, einen Arzt aufzusuchen.

Die App erfasst den Stimmungswert des Nutzers, indem sie Fragen stellt und ermittelt, welche Art von Stimmungsmessung effektiver und effizienter wäre und die Nutzerzufriedenheit steigern würde.
Die App erfasst den Stimmungswert des Nutzers, indem sie Fragen stellt und ermittelt, welche Art von Stimmungsmessung effektiver und effizienter wäre und die Nutzerzufriedenheit steigern würde.
( Bild: GooglePlay )

Sind wir hingegen gut gelaunt, könnte es z.B. eine Fahrradtour für das Wochenende empfehlen. Die Organisation der Arbeit, die Planung der Freizeit, aber auch die eigene Gesundheit im Auge zu behalten - all diese Aspekte sollen in Zukunft durch Apps zur "Stimmungsverfolgung" vereinfacht werden.

Die Doktorandin Helma Torkamaan von der Arbeitsgruppe "Interaktive Systeme" der Universität Duisburg-Essen sucht derzeit Freiwillige, die die Benutzeroberfläche ihrer PAX Mood Tracker App für mindestens zwei Wochen testen. Zu diesem Zweck hat sie neun verschiedene Varianten wie schriftliche Abfragen, interaktive Eingaben oder visuell unterstützte Kommunikation entwickelt. Interessierte Benutzer können die App von hier herunterladen und installieren: http://tinyurl.com/paxmood

Die Daten der App-Tester bleiben anonym

Der PAX Mood Tracker für Android Smartphones kann zu Studienzwecken kostenlos heruntergeladen werden. "Er ist jedoch nicht in der Lage, die Stimmung der Nutzer vorherzusagen", erklärt Torkamaan. "Zuerst geht es darum, die am besten geeignete Benutzeroberfläche zu finden, um die Stimmung des Nutzers zu verfolgen." In einer Folgestudie soll die App dann Aktivitäten zur Verbesserung der Stimmung des Benutzers empfehlen.

Während der Studie werden die Benutzerdaten anonym gespeichert, um den Erfolg des jeweiligen Abfragesystems beurteilen zu können. "Aber in der letzten App wollen wir alle Daten nur lokal beim Anwender speichern", sagt die 31-Jährige und unterstreicht damit den Aspekt des Datenschutzes. Denn nur das eigene Smartphone des Benutzers soll wissen, ob heute ein guter Tag ist, um jenen daran erinnern, mal den Keller aufzuräumen.

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