Asset Tracking

Jede einzelne Ware im Blick mit NB-IoT

| Autor/ Redakteur: Oliver Jäger / Sebastian Human

Zahlreiche Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Warenflüsse zeitgemäß und effizient zu überwachen – bei gleichzeitig möglichst geringen Kosten. Eine vielversprechende Lösung ist der neue Funkstandard NB-IoT.

Firma zum Thema

Um Warenflüsse effizient zu überwachen, bietet sich NB-IoT-gestütztes Asset Tracking an.
Um Warenflüsse effizient zu überwachen, bietet sich NB-IoT-gestütztes Asset Tracking an.
( Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Für Unternehmen, die Güter (Assets) versenden, zählen vor allem drei Dinge: Sie wollen, dass ihre Waren pünktlich beim Kunden ankommen, vor Diebstahl geschützt sind und während des Transports nicht zu Schaden kommen. Das gilt ganz besonders für empfindliche Güter wie zum Beispiel temperatursensitive Medikamente oder Lebensmittel, aber auch für Maschinen oder Geräte mit anfälliger Mechanik. Insbesondere in den ersten beiden Fällen ist ein kleinteiliges Tracking auf Warenebene und eine lückenlose Zustandsüberwachung sinnvoll. Mit ihnen können Unternehmen schließlich kontinuierlich und automatisiert Informationen über den Ort und vor allem auch den Status ihrer einzelnen Assets sammeln und in Echtzeit auswerten. So lassen sich etwa Transportschäden frühzeitig erkennen, Ersatzlieferungen veranlassen oder aber der sachgerechte Transport nachweisen.

Bislang fehlte hierfür jedoch eine optimale Technologie. Denn aktuelle Trackinglösungen via GPS und Mobilfunk oder unter Verwendung lokaler Verfahren wie NFC oder Barcode gehen mit hohen Kosten, einem hohen manuellen Aufwand oder Energieverbrauch einher. Damit sind sie für das Tracking auf Warenebenen wirtschaftlich schlicht nicht tragbar. Der neue Kommunikationsstandard NarrowBand-IoT (NB-IoT) hat das Potenzial, dies zu ändern.

Zuverlässige Datenübertragung via Narrow-Band-IoT

NarrowBand-IoT ist ein neuer Mobilfunkstandard, der auf die Vernetzung von Geräten im Internet of Things spezialisiert ist. Er zeichnet sich durch robuste und zuverlässige Übertragung, geringen Stromverbrauch und minimale Kosten aus. Die Ergänzung zu anderen Mobilfunkstandards wie LTE oder 5G eignet sich somit besonders zur zuverlässigen und wartungsfreien Vernetzung von Geräten mit langfristigem Batteriebetrieb. Insbesondere Anwendungen mit zahlreichen Geräten wie das Tracking vieler individueller Güter mit integrierter Zustandsüberwachung können so wirtschaftlich realisiert werden. Zusätzlich punktet NB-IoT mit einer guten Gebäudedurchdringung. Auch wenn im Falle einer Trackinganwendung das GPS innerhalb von Gebäuden nicht mehr zuverlässig arbeitet, können Informationen wie Temperatur, Erschütterung oder Batteriestatus so trotzdem weiterhin übertragen werden.

Neben den technischen Vorteilen sind vor allem die günstigen Tarifkonditionen der Mobilfunkanbieter wie Telekom, Vodafone oder 1NCE ein Motor für den Einsatz von NB-IoT. So können bereits jetzt Konnektivitätsverträge als Flatrate für einen Euro pro Gerät und Jahr abgeschlossen werden.

Zudem stehen bereits Komplettlösungen zum Tracking mittels GPS in Kombination mit Sensorik und NB-IoT-Konnektivität zur Verfügung. Sie beinhalten Tracker, Datentarif und Portal zur Tracker-Konfiguration und Darstellung der Position und Zustandsdaten. Bei der Auswahl der passenden Lösung sollte insbesondere auf die Integrationsfähigkeit in übergeordnete IT-Systeme mittels Softwareschnittstelle geachtet werden. Für eine detaillierte Zustandsüberwachung – zusätzlich zur Position – werden Sensoren beispielsweise für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Erschütterung oder Bewegung verwendet. Sie sind entweder bereits im Gehäuse des Trackers integriert oder kommunizieren als „externe“ Sensoren am Ladungsträger per Bluetooth Low Energy (BLE) mit dem Tracker. Im Zusammenspiel mit definierbaren Schwellwerten entsteht somit ein neuartiges, intelligentes Monitoring der Transportgüter. Denn wenn davon auszugehen ist, dass die Ware nach einer Über- oder Unterschreitung der Sensorwerte beschädigt wurde, schlägt das System Alarm. So kann der Transport sofort gestoppt beziehungsweise eine Ersatzlieferung ausgelöst oder Reparatur geplant werden, bevor der Schaden erst am Zielort festgestellt wird. Das spart Wege, Zeit und – insbesondere im Kontext von JIT-Zulieferprozessen – mitunter erhebliche Strafen.

Der Ausbau des Funkstandards NB-IoT versetzt Unternehmen in die Lage, künftig Güter aller Art kostengünstig und einfach zur Überwachung von Transportwegen zu vernetzen. Durch die zusätzliche Erfassung und Übertragung von Zustandsinformationen ist eine automatisierte, kleinteilige und zeitnahe Überwachung der gesamten Lieferketten und Transportwege sowie die schnelle Reaktion auf Störungen möglich.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46002026)

Pixabay; gemeinfrei; mozaiq; Thingstream; Telit; ERM; metamorworks - stock.adobe.com; Owasys; ©xb100 - stock.adobe.com; iStock/rpeters86/Vodafone; Universität Stuttgart IFF/Fraunhofer IPA/Rainer Bez