"Japan first" Japans Regierung setzt auf 5G ohne chinesische Technik

Redakteur: Jürgen Schreier

Japans Regierung möchte den Einsatz chinesischer Infrastrukturtechnik beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes verhindern. Deshalb versucht sie, inländische Unternehmen durch eine Reihe von Vergünstigungen zur Entwicklung von 5G-Technologie zu bewegen.

In Japan soll der 5G-Rollout nach dem Willen der Regierung ohne chinesische Infrastrukturtechnik bewältigt werden.
In Japan soll der 5G-Rollout nach dem Willen der Regierung ohne chinesische Infrastrukturtechnik bewältigt werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat sie japanische Regierung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der verschiedene finanzielle Anreize und Erleichterungen bietet, damit "einheimische" Unternehmen die Entwicklung relevanter Netzwerktechnologien für das 5G-Mobilfunknetz vorantreiben.

Japan war eine der ersten Nationen, die sich dem Druck der USA beugte, und bereits Ende 2018 ankündigte, die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE aufgrund von Sicherheitsbedenken daran zu hindern, sich um Regierungsaufträge zu bewerben. Auch die japanischen Netzbetreiber (NTT Docomo und SoftBank) zogen rasch nach und erklärten, dass sie von beiden Anbietern keine 5G-Ausrüstung kaufen würden.

Zinsgünstige Darlehen und Steuervergünstigungen als Lockmittel

Die Regierung scheint nun an raschen Maßnahmen interessiert zu sein, um sicherzustellen, dass anstelle der chinesischen Ausrüstung einheimische Technologie verwendet werden kann. Laut Reuters soll bis Mitte 2020 das entsprechende Gesetz verabschiedet werden. So gibt es Überlegungen, den Unternehmen Darlehen mit niedrigen Zinssätzen und Steuervergünstigungen anzubieten. Allerdings müssten alle potenziellen Systeme strenge Cybersicherheitsregeln erfüllen, so Reuters weiter.

Es wird erwartet, dass die ersten japanischen Mobilfunkanbieter ihre 5G-Netze noch in diesem Jahr "auf die Rampe" bringen.

Huawei: Gute Auftragslage trotz US-Bann

Beim "Product and Solutions Launch" von Huawei in London – eigentlich hätte dieser in beim angesagten MWC in Barcelona stattfinden sollen – ging Ryan Ding, Präsident der Huawei Carrier Business Group, auch auf die Erfolge des chinesischen Unternehmens im Geschäft mit 5G-Infrastrukturausrüstung ein. So habe Huawei insgesamt 91 kommerzielle Verträge über 5G-Netzwerkinfrastruktur abgeschlossen, mehr als die Hälfte davon innerhalb Europas.

Während die USA ihre Kampagne fortsetzten, um die europäischen Länder dazu zu bewegen, Huawei aus dem 5G-Business auszuschließen, seien 47 der kommerziellen 5G-Verträge mit Partnern in Europa abgeschlossen worden. Von den übrigen Verträgen entfielen 27 auf Betreiber in Asien.

Der Manager hob die 5G-Entwicklungen des Unternehmens im Jahr 2019 bei Kern- und RAN-Ausrüstung hervor, und erklärte, dass die Wettbewerber technologisch weiterhin hinter den Lösungen von Huawei zurücklägen.

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