Zum Weltfrauentag am 8. März

IT ist (noch immer) "Männersache"

| Redakteur: Jürgen Schreier

Im IT-Bereich ist das weibliche Geschlecht nach wie vor unterrepräsentiert. Derzeit sind nur 17 Prozent der IT-Fachkräfte Frauen. Allerdings möchte die Bitkom-Branche mehr Frauen für IT-Positionen gewinnen.

Rühmliche Ausnahme: Üblicherweise sind Frauen in Bitkom-Jobs unterrepräsentiert.
Rühmliche Ausnahme: Üblicherweise sind Frauen in Bitkom-Jobs unterrepräsentiert.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Frauen sind in IT-Jobs weiter die Ausnahme. Nur jeder siebte Bewerber (15 Prozent) auf eine Stelle für IT-Spezialisten ist weiblich. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März.

Je größer das Unternehmen, umso mehr ITlerinnen

Demnach möchten die meisten Arbeitgeber der Branche den Frauenanteil unter den eigenen IT-Fachkräften steigern. 55 Prozent erklären, sich intern dieses Ziel gesetzt zu haben. Mit der Größe des Unternehmens steigt auch die Bereitschaft, mehr Frauen in IT-Positionen zu beschäftigen. Unter den Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern hat sich jedes zweite (51 Prozent) intern das Ziel gesteckt, den Anteil weiblicher IT-Fachkräfte zu erhöhen, bei den Unternehmen mit 50 bis 199 Mitarbeitern sind es gut zwei Drittel (68 Prozent) und bei den Unternehmen ab 200 Mitarbeitern acht von zehn (80 Prozent). In den kommenden fünf Jahren wollen sie die Frauenquote unter den IT-Spezialisten auf durchschnittlich 25 Prozent steigern. Derzeit liegt der Anteil bei 17 Prozent.

„Die meisten Unternehmen stecken sich ambitionierte Ziele und suchen gezielt nach weiblicher Verstärkung für ihre Teams. Die Erfahrungen zeigen, dass gemischte Teams kreativer und kommunikativer arbeiten – und damit das Unternehmen auch wirtschaftlich erfolgreicher machen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Informatikstudium ist bei Frauen eher unpopulär

Mehr Frauen für IT-Positionen zu gewinnen, wird auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben. Der Anteil weiblicher Informatik-Studierender ist zurückgegangen. Im Kalenderjahr 2017 nahmen 8792 Frauen ein Erststudium im Fach Informatik auf – ein Minus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (8966). Dagegen legte die Zahl männlicher Studienanfänger von 30.052 (2016) um 1,3 Prozent auf 30.430 (2017) zu. Damit sank 2017 die Frauenquote im Informatik-Erststudium auf 28,9 Prozent.

Noch geringer ist diese Quote bei den Absolventen: 2017 schlossen 26.394 Studierende ein Informatikstudium ab, lediglich jeder fünfte davon (19 Prozent) war weiblich. „Solange Frauen im Informatikstudium unterrepräsentiert sind und noch seltener überhaupt ihr Studium auch abschließen, werden es die Unternehmen weiter schwer haben, mehr IT-Spezialisten einzustellen“, meint Bitkom-Präsident Berg und wirbt für ein grundlegendes Umdenken in der Bildungskette: „Schon in jungen Jahren sollten Mädchen für digitale Technologien begeistert und an das Programmieren herangeführt werden. Die digitale Welt muss auch von Frauen gestaltet werden.“

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