3G-Abschaltung IoT-Geräte jetzt auf LTE CAT M upgraden?

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Abschaltung von 3G (= UMTS) wird demnächst beginnen und soll nach den Planungen der großen Provider spätestens bis Ende 2022 beendet sein. Bestehen bleiben 2G und 4G/LTE; hinzu kommt 5G. IoT-Nutzer sollten deshalb ein Upgrade ihrer Devices auf LTE CAT M ins Auge fassen.

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Bei 3G (UMTS) steht die "Ampel" mittlerweile auf gelb.
Bei 3G (UMTS) steht die "Ampel" mittlerweile auf gelb.
(Bild: Wireless Netcontrol)

Die "Halbwertzeit" von 3G ist, zumindest in Deutschland, überschaubar. Spätestens Ende 2022 wollen die großen Provider Telefónica, Vodafone und Telekom den Mobilfunkstandard 3G abschalten. Bestehen bleiben die Standards GSM (2G) und LTE (4G). Hinzu gesellen wird sich der neue Mobilfunkstandard 5G, dessen Rollout mittlerweile begonnen hat - wenn auch in bescheidenem Umfang.

3G-Modems weiter als GPRS-Modems nutzbar

Für Iot-Nutzer wird es damit langsam Zeit, über einen Ausstieg aus 3G und eventuell auch 2G nachzudenken und Angebote zum Hardware-Upgrade zu sondieren. Denn lediglich 4G hat eine noch Bestandsgarantie für viele Jahre und erhält gegenwärtig sogar noch zusätzliche Frequenzbänder. Neben 5G wird 4G als Basisversorgung die Hauptlast der Anwendungen im Internet der Dinge übernehmen, sofern diese nicht allzu zeitkritisch sind.

Professionelle LTE-Modems
Professionelle LTE-Modems
(Bild: Wireless Netcontrol)

UMTS (also 3G) hatte wenig Zeit, um sich zu etablieren, da es bereits in seiner Aufbauphase vielerorts schon von LTE abgelöst wurde. UMTS ist heute noch gut vertreten in Ballungsräumen, an Bahnhöfen und Flughäfen – also dort, wo es bei Beginn des 3G-Netzausbaus zuerst installiert wurde. Als Trost bleibt allen UMTS-Anwendern, dass ihre Modems in der Regel den Fallback auf 2G beherrschen, also nach Abschalten der Netze weiterhin als GPRS-Modems funktionieren.

Das 2G-Netz bildet momentan noch das Rückgrat vieler technischer Anwendungen, während die meisten privaten Anwender mit ihren Smartphones längst im LTE-Netz zuhause sind. Trotzdem gibt es noch immer eine ganze Menge von (privaten) Smartphone-Besitzern, die 3G nutzen, wie Untersuchungen des Mobile-Analytics-Unternehmens Opensignal zeigen. Auch diese Personen müssen angesichts der UMTS-Anschaltthematik über den Abschluss eines neuen LTE- oder 5G-Vertrags nachdenken

Ausnahme: Schweiz lässt zuerst 2G sterben

2G-Fallback hin oder her: Auch das 2G-Netz ist mittlerweile in die Jahre gekommen und wird zurückgebaut, um die Frequenzbänder unterhalb von 1000 MHz für LTE und 5G freizuschaufeln. Europaweit tanzt lediglich die Schweiz aus der Reihe. In der Eidgenossenschaft wurde das UMTS-Netz frühzeitig flächendeckend aufgebaut. Deshalb wird ab dem kommenden Jahr dort zunächst das 2G-Netz verschwinden und 3G noch für längere Zeit zur Verfügung stehen.

Da das 4G-Netz mittlerweile flächendeckend existiert und mit seinen Frequenzbändern für die Koexistenz mit 5G konzipiert ist, ist dieses Netz zukunftssicher. Die Netzbetreiber geben sich dabei allergrößte Mühe, neben den neuen High-Speed-Anwendungen (z.B. autonomes Fahren) auch den Industriekunden mit "normalen" Anforderungen an Datendurchsatz und -Geschwindigkeit zu bedienen. Diese Rolle übernimmt die Netzstruktur LTE CAT M (M für mobile), die aktuell in den Netzen aller Provider zur Verfügung steht.

SMS bleibt für industrielle Datenübermittlung bedeutsam

Auch die SMS behält im Zeitalter von LTE und 5G ihre Bedeutung für Anwendungen in der Industrie. Sie hat sich für zahlreiche Aufgaben der Datenübermittlung etabliert und ist in den modernen Netzen über Dienste in das Geschehen integriert. Der große Vorteil dabei: Die Übertragung läuft schnell und reibungslos; die bei 2G und 3G gelegentlich zu beobachtenden Verzögerungen bei der Übertragung gehören der Vergangenheit an.

Ungeachtet dessen will der in Hohen Neuendorf b. Berlin ansässige GSM-Spezialist Wireless-Netcontrol GmbH für 2020 attraktive Angebote für das Hardware-Upgrade seiner Modems und GSM-Meldegeräte auf LTE CAT M schnüren.

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