Light Communications Alliance

Industrieallianz will Li-Fi-Technologien vorantreiben

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Lichtbasierten Kommunikationstechnologien wie Li-Fi oder OCC blieb der große Durchbruch bislang verwehrt. Eine Industrieallianz soll das ändern: Elf Unternehmen und F&E-Institute, darunter Nokia und Ledvance, haben sich zur Light Communications Alliance (LCA) zusammengeschlossen.

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Das Internet kommt per LED: Ziel der neuen Light Communications Alliance (LCA) ist, Standards für optische Kommunikationsmethoden wie Li-Fi oder OCC zu etablieren und die Verbreitung der Technologien zu fördern.
Das Internet kommt per LED: Ziel der neuen Light Communications Alliance (LCA) ist, Standards für optische Kommunikationsmethoden wie Li-Fi oder OCC zu etablieren und die Verbreitung der Technologien zu fördern.
( Bild: gemeinfrei / Pexels )

Bislang führt Li-Fi noch im Vergleich zu althergebrachten Wi-Fi-Technologien ein Schattendasein. Aufgrund des immer weiter steigenden Bedarfs an schnellen schnurlosen Kommunikationsmethoden könnte sich dies aber in absehbarer Zeit ändern: Das Martkforschungsinstitut Global Market Insights stellt für den Li-Fi-Markt bis zum Jahr 2025 ein Umsatzvolumen von 75 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Aus diesem Grund haben sich nun elf Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur Light Communications Alliance (LCA) zusammengeschlossen, um die Verbreitung optischer Kommunikationstechnologien zu fördern und industrieweite Standards zu etablieren.

Zu den Gründungsmitgliedern des Verbands zählen Nokia, die Emirates Integrated Telecommunications Company (du), Ledvance, Liberty Global, Lucibel, Orange, pureLiFi, LiFi Research & Development Centre, Velmenni, Zero.1, CEA Leti, und das Institut Mines-Télécom.

Li-Fi und OCC: Mit Licht und Kameras zu besseren Datenübertragungsraten

Der Begriff Light Fidelity (oder: Li-Fi) stammt vom deutschen Physiker Harald Haas. Dahinter steckt eine Technologie, die es erlaubt, eingebettete Daten mithilfe von speziell entwickelten LED-Glühbirnen mit Signalverarbeitungstechnologie durch einen Lichtstrahl mit ultrahoher Geschwindigkeit an einen Fotodetektor zu senden. Der angeschlossene Empfänger-Dongle wandelt die winzigen Amplitudenänderungen dann in ein elektrisches Signal um, das wiederum in einen von einem Computer beziehungsweise von einem mobilen Endgerät auswertbaren Datenstrom transformiert wird. Sie unterstützt Punkt-zu-Punkt-, Punkt-zu-Mehrpunkt- und Mehrpunkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen.

Optical Camera Communications (OCC) zielt darauf ab, Daten von einer oder mehreren Lichtquellen an eine Kamera zu übertragen, von der aus die Daten dann auf herkömmliche Methoden weitertransportiert werden. Die Technologie stützt sich darauf, dass LEDs und (Smartphone-)Kameras heute bereits nahezu allgegenwärtig im Einsatz sind. Somit könnte die bereits bestehende Licht- und Kamera-Infrastruktur schnell auch zur Datenübertragung umgerüstet werden. OCC unterscheidet sich von Li-Fi in erster Linie dadurch, dass eine größere Variantenzahl an Receivern genutzt werden kann.

Solche optischen Methoden zur Datenübertragung versprechen deutlich bessere Datenraten als herkömmliche Wi-Fi-Technologien. Darüber hinaus lassen sich Li-Fi oder OCC auch komplementär zu 4G-, 5G- und andere Hochfrequenztechnologien einsetzen, um deren Datenübertragungsraten zu verbessern: Durch den zusätzlichen Einsatz des Lichtspektrums existiert mehr Bandbreite, um größere Datenmengen mit höherer Geschwindigkeit und Sicherheit zu liefern.

Der Artikel ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

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