Lokales Breitband Industrie begrüßt Vergabebedingungen für 5G-Campusnetze

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die großen deutschen Industrieverbände zeigen sich mit den Vergabedingungen für lokale Breitbandnetze im Frequenzbereich 3,7 bis 3,8 GHz zufrieden. Nun könne mit der Planung von 5G-Campusnetzen begonnen werden, so die einhellige Meinung von VCI, VDA, VDMA und ZVEI. Mehrere Dutzend Unternehmen hätten bereits ihr Interesse an einem privaten Mobilfunknetz bekundet.

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Die Vergabebedingungen und Gebührenformel für lokale 5G-Netze stehen fest. Unternehmen können jetzt mit der Planung beginnen.
Die Vergabebedingungen und Gebührenformel für lokale 5G-Netze stehen fest. Unternehmen können jetzt mit der Planung beginnen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die vier Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI repräsentieren die Interessen von über drei Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Industrie.Die vier Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI äußern sich durchweg positiv zu den am 20. November 2019 in Kraft getretenen Vergabebedingungen für lokales Breitband: Diese für 5G-Campusnetze sind für die Industrielle und landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen und funken im Frequenzbereich 3,7 bis 3,8 GHz.

Ab jetzt könne mit Planung, Installation und Konfiguration privater 5G-Mobilfunknetze begonnen werden, so die Verbände. Deutschland habe somit die Chance, zum Leitmarkt und Leitanbieter für industrielle Mobilfunkanwendungen zu werden.

Verbände: Angebot ist mittelstandsfreundlich

Die Gebühren für die Frequenzvergabe orientieren sich an der gewünschten Bandbreite, der Größe des Zuteilungsgebiets, der Zuteilungsdauer und dem beabsichtigten Verwendungszweck. Darüber hinaus bietet die Bundesnetzagentur Kurzzeitzuteilungen mit 10 MHz Bandbreite an. Damit können Baustellen, Veranstaltungen und saisonale landwirtschaftliche Aufgaben von bis zu einem Monat Dauer auch mehrfach pro Jahr bedient werden. Beide Angebote der Bundesnetzagentur sind aus Sicht der vier Industrieverbände mittelstandsfreundlich und somit insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv.

Ein Campusnetz: Was kostet das?

Die Bundesnetzagentur hat im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien die Gebühren für Frequenzen im Bereich von 3,7 GHz bis 3,8 GHz für lokale Anwendungen festgelegt. Die Frequenzgebührenverordnung wird entsprechend geändert und in Kürze im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Die Gebühr wird in jedem Einzelfall nach folgender Gebührenformel errechnet: Gebühr = 1000 + B x t x 5 (6a1 + a2). Bestandteile der Gebührenposition sind ein Sockelbetrag in Höhe von 1000 Euro, die zugeteilte Bandbreite (B; min. 10 bis max. 100 MHz), die Laufzeit der Zuteilung (t; in Jahren bzw. anteilig je angefangenem Monat) sowie die Fläche des Zuteilungsgebietes in km² (differenziert nach a1; Siedlungs- und Verkehrsflächen; a2 andere Flächen).

Mit der Festlegung der Zuteilungsgebühr wird eine optimale Nutzung und effiziente Verwendung der Frequenzen sichergestellt. Die Gebühr steigt mit der beantragten Bandbreite. Das Gleiche gilt für die Größe des Gebietes, in dem die Frequenznutzung erfolgen soll. Der Grundbetrag wurde so gewählt, dass Geschäftsmodelle z.B. von Start-ups, KMUs oder im Bereich der Landwirtschaft nicht verhindert werden.

Die Zuteilungsdauer wird ebenfalls in der Gebührenformel berücksichtigt, um einen Anreiz zu setzen, Frequenzen nur für die Dauer einer Nutzung zu beantragen. Frequenzzuteilungen für Siedlungs- und Verkehrsflächen sind teurer als Frequenzzuteilungen für andere Gebiete. Damit wird dem Bedarf an Frequenzkoordinierung Rechnung getragen und Frequenznutzungen in weniger dicht bebauten Gebieten bleiben wirtschaftlich interessant.

Mehrere Dutzend Industrieunternehmen haben bereits Interesse an Mobilfunkfrequenzen für lokale Campusnetze bei der Bundesnetzagentur angemeldet, da diese Netze folgende Vorteile bieten:

  • Ersatz von bereits bestehenden Netzen (z.B. WLAN)
  • Bessere Abdeckung des gesamten Firmengeländes
  • Volle Kontrolle über die firmeneigenen Daten
  • Weniger Störungen gegenüber öffentlichen Mobilfunknetzen
  • Bessere Leistungsparameter für Latenz, Datenrate und Teilnehmeranzahl

Einige Unternehmen werden ihre Mobilfunknetze selbst betreiben, andere werden sich nach Partnern aus der Netzanbieter- oder Netzausrüsterindustrie umsehen. Insgesamt bedeuten die Vergabebedingungen aus Sicht der Industrieverbände einen wichtigen Schritt für die industrielle Nutzung der 5G-Technologie in Deutschland.

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