Coronavirus-Pandemie Immer mehr Aussteller bleiben dem MWC 2020 fern

| Redakteur: Jürgen Schreier

Namhafte Aussteller - darunter LG, ZTE, Ericsson, Sony und Amazon - haben wegen der Coronavirus-Pandemie ihre Teilnahme am Mobile World Congress 2020 in Barcelona abgesagt. Bei der fast zeitgleich stattfindenden Kongressmesse embedded world 2020 in Nürnberg sollen die Vorsorgemaßnahmen intensiviert werden.

Die Ausbreitung des Coronavirus beeinträchtigt nicht nur Unternehmen, sondern auch internationale Kongresse und Messeveranstaltungen.
Die Ausbreitung des Coronavirus beeinträchtigt nicht nur Unternehmen, sondern auch internationale Kongresse und Messeveranstaltungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Coronavirus hinterlässt inzwischen deutliche Spuren in Chinas Wirtschaft, denn in vielen Werken ruht die Produktion. So wurde beispielsweise dem Elektronikfertiger Foxconn behördlicherseits die Wiederaufnahme der Fertigung untersagt. Auch in den chinesischen Werken von VW stehen die Bänder still, ebenso bei Wettbewerber Toyota. Auch deutsche Elektronikdistributoren, die typischerweise in einen Großteil ihres Angebots aus Fernost beziehen, haben allem Anschein nach Probleme mit dem Nachschub aus China.

Auch mit weniger Besuchern aus Fernost ist zu rechnen

Dass dies keine guten Rahmenbedingungen für den Mobile World Congress (MWC 2020) in Barcelona sind, liegt auf der Hand. Einige Top-Player der Branche - darunter ZTE, LG, NVIDIA und Ericsson - haben ihre Teilnehme abgesagt. Weitere Firmen sind hinzugekommen: NTT und Amazon. TCL, ein in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen ansässiger Hersteller von Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und Telekommunikationstechnik, hat zwar das geplante Presseevent abgesagt, will vom 24. bis 27. Februar 2020 aber dennoch seine Smartphone-Neuheiten präsentieren.

Doch nicht nur auf Ausstellerseite lichten sich die Reihen. Auch mit Einbußen auf Besucherseite ist zu rechnen: Schließlich waren in der Vergangenheit zwischen 5000 bis 6000 Besucher aus China zum MWC gekommen - in diesem Jahr könnten es deutlich weniger sein.

Vor diesem Hintergrund arbeitet die internationale Mobilfunkvereinigung GSMA, Veranstalterin des Mobile World Congress, nach eigenem Bekunden eng mit den spanischen Gesundheitsbehörden, den Partnern der Gastgeberstadt sowie allen relevanten Behörden zusammen, um das die Gesundheitsrisiken für Aussteller und Besucher zu minimieren. Konkret sind folgende zusätzliche Maßnahmen geplant:

  • Allen Reisenden aus der Provinz Hubei wird der Zugang zum MWC 2020 verwehrt.
  • Alle Reisenden, die sich in China aufgehalten haben, müssen den Nachweis erbringen, dass sie sich 14 Tage vor der Veranstaltung außerhalb Chinas aufgehalten haben (Passstempel, Gesundheitszeugnis).
  • Es wird ein Temperatur-Screening ("Fiebermessen") durchgeführt.
  • Die Teilnehmer müssen bestätigen, dass sie nicht mit Infizierten in Kontakt gekommen sind.

Messe Nürnberg setzt auf verstärkte Hygienemaßnahmen

Auch für die Messe Nürnberg, wo vom 25. bis 27. Februar die Kongressmesse embedded world 2020 stattfindet, ist die Coronavirus-Pandemie ein Thema. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen soll für den umfassenden Schutz von Ausstellern und Fachbesuchern sorgen. Neben dem obligatorischen Notfallmanagement und der mit Dolmetschern besetzten Ersten Hilfe-Station sind zusätzliche Desinfektionsmittelspender auf dem Gelände positioniert. Stark frequentierte Bereiche wie Eingänge, Türgriffe oder Treppenläufe werden erhöht gereinigt.

Ergänzend hierzu steht die Messe, wie es heißt, kontinuierlich in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene und setze entsprechende Anweisungen um.

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