China Huawei-F&E-Zentrum in UK: Die US-Regierung findet das nicht gut

| Redakteur: Jürgen Schreier

Huawei plant den Bau einer F&E-Einrichtung bei Cambridge (UK). Der chinesische Konzern will in die Forschungsstätte für Optoelektronik in einem ersten Schritt rund eine Milliarde Pfund investieren. Das gefällt der US-Administration aber nicht und setzt die britische Regierung unter Druck.

Frostige Stimmung: In der Nähe der britischen Universitätsstadt Cambridge will Huawei ein F&E-Zentrum errichten. Die US-Regierung ist darüber "not amused".
Frostige Stimmung: In der Nähe der britischen Universitätsstadt Cambridge will Huawei ein F&E-Zentrum errichten. Die US-Regierung ist darüber "not amused".
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Brexit-Verhandlungen treten auf der Stelle auch den Verhandlungen zwischen Großbritannien und den USA über ein Freihandelsabkommen fehlt es offenbar an rechtem Schwung. Und nun sieht sich Premier Johnson erneut Pressionen seitens der USA ausgesetzt. Der Zankapfel trägt einen sattsam bekannten Namen: Huawei. Einem Bericht des Internetportals Mobile World Live missfällt den Amerikanern offenbar, dass der chinesische Tech-Konzern unlängst die Erlaubnis erhielt, eine neue Chip-F&E-Einrichtung in UK zu bauen.

In einer Erklärung des US-Außenministerium gegenüber der Wirtschaftszeitung Financial Times sei verdeutlicht worden, dass die Entscheidung das Vertrauen der USA in Großbritannien aufs Spiel setze, so Mobile World Live. Allerdings geht es anscheinend nicht mehr nur darum, Huawei beim 5G-Ausbau auszubooten, sonder um Huawei per se und letztlich um das Verhältnis des "Bündnispartner" zu China überhaupt. So müssten auch die langfristigen Auswirkungen der Gewährung des "Zugangs zu sensiblen Informationen" für Unternehmen wie Huawei bewertet werden, so die Amerikaner.

"Wir glauben, dass die Länder darauf vertrauen können müssen, dass die Partner die nationale Sicherheit, die Privatsphäre und das geistige Eigentum sowie die Menschenrechte nicht gefährden", verlautbarte das US-Außenministerium .

Baugenehmigung bereits liegt vor

Die jüngste "Lobbyaktivtät" der US-Regierung begann, nachdem Huawei die Erlaubnis der lokalen Behörden in Cambridge für den Bau der genannten Einrichtung erhalten hatte. Diese soll sich, so Huawei, auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung optoelektronischer Produkte konzentrieren. Ein Ausschuss von Ratsmitgliedern stimmte neun zu eins für das Projekt der Chinesen .

Huawei will nach eigenem Bekunden rund eine Milliarde Pfund in die erste Phase des Projekts investieren. Es umfasst den Bau einer 50.000 Quadratmeter großen Einrichtung auf neun Hektar Land. Entstehen sollen dort rund 400 Arbeitsplätze. Huawei hatte das Grundstück für das F&E-Zentrum bereits im Jahr 2018 erworben.

Gegenüber der Financial Times erklärte Huawei-Vizepräsident Victor Zhang, dass man die Pläne auch dann nicht ändern wolle, wenn das Vereinigte Königreich die Beschränkungen für das Unternehmen hinsichtlich seines 5G-Engagements verschärfen würde. Momentan führt das National Cyber Security Centre erneut eine Überprüfung von Huawei durch.

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