Condition Monitoring Großmaschinen von innen per Funksensorik überwachen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Wissenschaftler Florian Strakosch und Prof. Faouzi Derbel (HTWK Leipzig) wurden bei einer Konferenz für Sensorsysteme und Instrumentierung mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Gegenstand ihrer Untersuchung ist die interne Überwachung ölgekühlter Großgetriebe mit Funksensorik.

Florian Strakosch im „Smart Diagnostics“-Labor der HTWK Leipzig
Florian Strakosch im „Smart Diagnostics“-Labor der HTWK Leipzig
(Bild: Robert Weinhold/HTWK Leipzig)

Für ihren wissenschaftlichen Beitrag zur „15. Multi-Conference on Systems, Signals and Devices“ (SSD 2018) vom 19. bis 22. März 2018 in Hammamet (Tunesien) wurden Florian Strakosch und Prof. Faouzi Derbel von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) mit einem Best Paper Award ausgezeichnet.

Sensoren ermöglichen zustandsorientierte Verschleißdiagnose

Die Wissenschaftler analysieren in dem Artikel die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in ölgekühlten Großgetrieben. Solche Getriebe kommen in sehr großen Maschinen zu Einsatz, zum Beispiel in Tagebaubaggern oder Tunnelbohrern. Auf Grundlage der Untersuchungen sollen in Zukunft drahtlose Sensoren zur zustandsorientierten Verschleißdiagnose eingesetzt werden. Damit könnten Störungen noch schneller und präziser erkannt und damit teure Stillstandzeiten vermieden werden.

„Wir sind stolz auf diese Auszeichnung, weil sie nicht nur unsere Arbeit an sich würdigt, sondern durch das internationale Interesse auch die Relevanz dieser praxisnahen Thematik verdeutlicht. Diese positive Resonanz bestätigt uns in unserem Forschungsansatz, den wir weiter vertiefen werden“, so Florian Strakosch.

Messergebnisse müssen durch das Getriebeöl hindurch "gefunkt" werden

Die Forschungsarbeit entstand in Kooperation mit der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft MIBRAG, die selbst Tagebaumaschinen mit ölgekühlten Getrieben verwendet. Überwacht werden die Maschinen gemäß der aktuelle gültigen Industrienorm festgelegt von äußerlich angebrachten Schwingungssensoren.

„Um den Zustand unserer Anlagen noch exakter diagnostizieren zu können, wären Sensoren im Inneren der Getriebe nötig. Allerdings müssen sie dafür ihre Messergebnisse durch das Getriebeöl hindurch per Funk senden und dabei möglichst wenig Energie benötigen – schließlich ist im Inneren eines Getriebes kein Strom vorhanden. Gemeinsam mit den Wissenschaftlern der HTWK Leipzig arbeiten wir deshalb aktuell daran, diese Herausforderung zu meistern“, so Dietmar Müller, Leiter Engineering E-Technik bei der MIBRAG.

Florian Strakosch studierte kooperativ an der HTWK Leipzig sowie bei Siemens Elektrotechnik und Informationstechnik. Nach einem Jahr Work & Travel kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Hochschule zurück und arbeitet seitdem in der Forschungsgruppe um Prof. Faouzi Derbel zu drahtloser Sensorik.

Vollständige Literaturangabe des prämierten Artikels: Florian Strakosch, Faouzi Derbel (2018): Investigation of Radio Propagation in Moving Gear Oils, 15th International Multi-Conference on Systems, Signals & Devices (SSD)

Das prämierte Paper wird in der IEEE Xplore Digital Library veröffentlicht.

(ID:45730607)