Funkmasten in Brand gesteckt Fake-Nachrichten über 5G hetzen "Mastvandalen" auf

| Redakteur: Jürgen Schreier

Was hat 5G mit Covid-19 zu tun? Eine ganze Menge, meinen Verschwörungstheoretiker. In UK haben falsche Behauptungen in sozialen Medien jetzt dazu geführt, dass mehrere Mobilfunkmasten abgefackelt wurden - und damit Teile der in Krisenzeiten besonders wichtigen Kommunikations-Infrastruktur.

Dieser Mobilfunkmast steht nicht in UK, sondern im beschaulichen Frankenland. Auch "kann" er noch nicht 5G.
Dieser Mobilfunkmast steht nicht in UK, sondern im beschaulichen Frankenland. Auch "kann" er noch nicht 5G.
(Bild: Schreier )

In Krisen wie diesen schießen Fake News und Verschwörungstheorien ins Kraut. Vor allem durch die sozialen Medien fressen sich die "digitalen Zwillinge" von Covid-19 - und die sind genauso bösartig wie das Original.

Dass früher oder später auch der neue Mobilfunkstandard 5G als "Seuchenbeschleuniger" ins Gerede kommen würde, verwundert kaum. Schon seit es Mobilfunk gibt, beschwören selbsternannte Experten in diversen Foren und Youtube-Clips, welche Gefahren von diese Technologie für Leib und Leben ausgehen sollen. Dass gegen den 5G-Standard nun besonders vehement zu Felde gezogen wird - höhere Frequenzen erfordern kleinere Funkzellen - liegt auf der Hand.

In UK scheint Saat, die von den 5G-Gegner ausgebracht wurde, jetzt aufgegangen zu sein. Einem Bericht von Mobile World Live zufolge, wurden am vergangenen Wochenende wurden in den West Midland und Nordwesten Englands mehrere Mobilfunk-Infrastruktureinrichtungen in Brand gesteckt. Auslöser dieser Attacken waren offenbar Beiträge in sozialen Medien, die eine Reihe von Behauptungen über den Zusammenhang zwischen der Covid-19-Pandemie und 5G-Signalen enthielten.

Können Viren per Funk miteinander kommunizieren?

Zu den gängigsten Thesen in diesem Zusammenhang gehört, dass 5G die Verbreitung von Sars-CoV-2 unterstütze oder sogar beschleunige, weil die 5G-Strahlung das Immunsystem der Menschen schwäche. Außerdem, berichtet die "Computerwoche", kursiere die Behauptung, Viren würden via Funkwellen miteinander kommunizieren. Offenbar wurden hier Viren mit Bakterien verwechselt. Bakterien haben tatsächliche diese Fähigkeit, Viren aber nicht. Denn Letztere sind keine Lebewesen.

Das britischen Department for Culture, Media and Sport (DCMS) forderte angesichts der Vorkommnisse die Social-Media-Unternehmen auf, "viel schneller zu handeln, um die Verbreitung von Unsinn auf ihren Plattformen zu stoppen, der zu solchen Handlungen ermutigt".

Mats Granryd, Generaldirektor der GSMA, fügte hinzu: "Es ist bedauerlich, dass kritische Kommunikationsinfrastrukturen auf der Grundlage solcher Irrtümer angegriffen werden. Wir fordern alle auf, den Gesundheitsbehörden zu vertrauen und darauf zu vertrauen, dass die Kommunikationstechnologie sicher ist. Es gibt keine Verbindung zwischen 5G und Covid-19".

In einer gemeinsamen Erklärung bemühten sich die Netzbetreiber EE, Vodafone UK, O2 UK und 3 UK die Öffentlichkeit, Sie wiesen darauf hin, dass die im Internet verbreitenden Behauptungen unbegründet seien. Zugleich hoben sie die Bedeutung der Mobil- und Festnetze während Pandemie und der in UK geltenden Ausgangssperren hervor.

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