Mobilfunkbetrieb eSIM verändert die gesamte Wertschöpfungskette

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die eSIM findet zunehmend Verbreitung, denn die Anteil eSIM-fähiger Endgeräte wächst. Außerdem betreten neue Akteure Markt, wie die neueste Veröffentlichung des "eSIM Industry Landscape 2020" der Digitalisierungs-Beratung Digital Oxygen zeigt. Folge: Die Wertschöpfungskette verändert sich. Die Provider müssen neue Prozesse aufsetzen.

Die SIM-Karte - bald Schnee von gestern. Immer mehr mobie Endgeräte sind eSIM-fähig.
Die SIM-Karte - bald Schnee von gestern. Immer mehr mobie Endgeräte sind eSIM-fähig.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die eSIM verändert nicht nur grundlegend die Art und Weise, wie Konsumenten ihre Mobilgeräte verbinden, sondern die gesamte SIM-Industrie: Mobilfunkbetreiber (MNOs) sind gezwungen, etablierte SIM-Prozesse anzupassen, die zum Teil seit dem ersten Tag in Verwendung waren. Doch der Wandel endet nicht bei Mobilfunkprovidern - die eSIM verändert die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig.

"Wir sehen eine Vielzahl neuer und vor allem erschwinglicher eSIM-Devices auf dem Markt, geradezu ein Überangebot verschiedener SM-DP+-Lösungen (Subscription Management Data Preparation) und die dringende Notwendigkeit für eSIM-fähige CRM-Systeme", fasst Axel Meiling, Partner bei Digital Oxygen, die Highlights des diesjährigen eSIM Industry Landscape zusammen.

1. Mehr eSIM-fähige Consumer Devices

Seit Samsungs erster eSIM-fähiger Smartwatch im Jahr 2016 hat die Zahl der OEMs, die eSIM-fähige Endgeräte anbieten, stetig zugenommen. Durch Angebote im mittleren Preissegment, wie z.B. dem Google Pixel 3a und dem iPhone SE 2020, sind eSIM-fähige Geräte inzwischen für eine deutlich größere Kundengruppe verfügbar. Mit Motorolas Razr gibt es inzwischen sogar ein erstes eSIM-only-Smartphone. Im Rahmen der Initiative "Always Connected PC" haben viele Notebook-Hersteller wie Microsoft auch erste eSIM-fähige Notebooks auf den Markt gebracht.

2. Zu viele SM-DP+ Anbieter

Die erwartete Konsolidierung im SM-DP+ Markt hat sich noch nicht eingestellt: Neben etablierten Unternehmen wie Thales oder G+D sieht die Branche viele neue Akteure im Markt. Meiling sieht die erwartete Konsolidierung noch kommen: "Im Kern ist ein SM-DP+ nur Software, sodass wir eine Verschiebung hin zu Software-as-a-Service-Geschäftsmodellen sehen werden, weg von den immer noch gängigen SIM-Karten-basierten Modellen. In einem solchen Markt wird es schließlich rasch zu einer Konsolidierung kommen."

3. Veränderungen bei CRM-Anbietern

In den Anfängen der eSIM haben MNOs diese eher wie einen zusätzlichen Formfaktor für SIM-Karten behandelt - sie verschickten nun Briefe mit QR-Codes anstelle von Briefen mit SIM-Karten. Die etablierten Prozesse und CRM-Systeme blieben weitgehend unberührt. Da sich MNOs zunehmend auf eine vollständig digitale User Experience zubewegen, haben erste große CRM-Anbieter wie Vlocity (Teil von SalesForce) und Oracle nun ebenfalls den ersten Schritt unternommen, um ihre Produkte für MNOs anzupassen.

Mit mehr eSIM-fähigen Geräten, der erwarteten Konsolidierung und Innovation im SM-DP+-Markt, starken Veränderungen bei CRM-Anbietern und neuen Technologien wie der iSIM, erwartet Digital Oxygen für 2021 bereits eine erneut deutlich andere eSIM Industry Landscape.

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