Antennen Ericsson will 400 Stellen bei Kathrein streichen

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Laut Medienberichten plant Ericsson, beim im vergangenen Oktober übernommenen Antennengeschäft von Kathrein 400 Stellen abzubauen. Grund hierfür seien Restrukturierungsmaßnahmen mit dem Ziel, den Bereich profitabler zu machen.

Drastischer Umbau: Um das Antennengschäft profitabler zu machen plant Ericsson, beim Rosenheimer Traditionsunternehmen Kathrein bis Anfang 2021 400 Stellen abzubauen.
Drastischer Umbau: Um das Antennengschäft profitabler zu machen plant Ericsson, beim Rosenheimer Traditionsunternehmen Kathrein bis Anfang 2021 400 Stellen abzubauen.
(Bild: Kathrein )

Wie heise.de und lokale Medien wie Rosenheim24 berichten plant Ericsson offenbar, im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen beim erst im vergangenen Oktober übernommenen Antennenbereich von Kathrein 400 Stellen abzubauen. Dies ginge unter anderem aus dem Geschäftsbericht des schwedischen Kommunikationsspezialisten zum ersten Quartal 2020 hervor. Ziel dieser Maßnahmen sei es, die Kosten in der Antennensparte zu senken und die Profitabilität zu steigern.

Profitabilität muss erhöht werden

„Wir haben die Übernahme im vergangenen Jahr abgeschlossen und restrukturieren das Geschäft nun teilweise, um es auf das Profitabilitätsniveau zu heben, das wir erreichen müssen,“ sagte der Chef von Ericssons Netzwerksparte, Fredrik Jejdling, gegenüber dem B2B-Fachdienst Light Reading. „Diese Bemühungen müssen wahrscheinlich etwas hochgefahren werden.“

Zu den Maßnahmen, die hierzu beitragen sollen, gehört augenscheinlich auch der Stellenabbau bei Kathrein, von dem 400 Mitarbeiter betroffen sein sollen. Dies entspreche etwa 12 Prozent der Belegschaft.

In welchem Bereich oder an welchen Standorten diese Stellen gekürzt werden sollen, ist noch unklar. Der Bereich Forschung & Entwicklung soll Jejdling zufolge aber von diesen Kürzungen aber ausgenommen sein.

Gespräche mit der Belegschaft hinsichtlich des Stellenabbaus hätten lokalen Medien zufolge bereits begonnen. Der endgültige Stellenabbau soll laut Jejdling ab sofort stattfinden und bis zum ersten Jahresquartal 2021 abgeschlossen sein.

Drastischer Umbau einer „Schlüsselinvestition“

Im Geschäftsbericht bezeichnete Ericsson-CEO Börje Ekholm die Übernahme von Kathrein als „Schlüsselinvestition“. Gerade im Antennenbereich sehe der Geschäftsführer, mit Blick auf den kommenden 5G-Ausbau, gute Wachstumschancen. Allerdings müsse das Geschäft wettbewerbsfähiger gemacht werden. Gerade in Europa wolle man in diesem Sektor stärker werden. Dies brauche Zeit - und Geld. Insgesamt rechnet Ericsson laut Geschäftsbericht mit Umstrukturierungskosten in Höhe von 500 Millionen Kronen (umgerechnet 46 Millionen Euro), die Aktualisierung des bestehenden Portfolios soll bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen.

Ericsson hatte im Februar 2019 die Übernahme des Antennen- und Filtergeschäfts des Rosenheimer Traditionsunternehmens Kathrein angestoßen und im Oktober 2019 zum Abschluss gebracht. Dabei übernahm der schwedische Kommunikationsspezialist 3500 Angestellte. Ericsson bekräftigte damals, in der Akquise großes Potential vor allem in der Integration des deutschen Antennen-Know-hows in die bestehende 5G-Technologie und beim Aufbau von Baseband-Stationen zu sehen.

Kathrein hatte in den vergangenen Jahren immer größere Verluste geschrieben und war nach einer Blütezeit Anfang der 2000er Jahre nach und nach stark geschrumpft. Zuerst wurden erst immer mehr Standorte geschlossen, dann auch Geschäftsbereiche abgestoßen. Vor der Übernahme des Antennen- und Filtergeschäfts durch Ericsson hatte sich das Rosenheimer Traditionsunternehmen Ende 2018 von seiner Automotive-Sparte getrennt und diese an Continental veräußert.

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