Windcloud-Nachnutzungskonzept

Digital goes "öko" - Rechenzentren mit Windenergie versorgen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Im Dezember 2020 läuft für zahlreiche Windenergieanlagen die Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) aus. Das CO2-absorbierende Rechenzentrum Windcloud in Nordfriesland schafft interessante und rentable Vermarktungsmöglichkeiten für Windparkbetreiber auch ohne EEG-Förderung.

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Im Dezember 2020 läuft die EEG-Förderung der Windenergie aus. Für viele Anlagenbetreiber stellt sich die Frage: Wie geht es dann weiter?
Im Dezember 2020 läuft die EEG-Förderung der Windenergie aus. Für viele Anlagenbetreiber stellt sich die Frage: Wie geht es dann weiter?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Nach zwanzig Jahren endet im Dezember 2020 für mehrere tausend deutsche Windenergieanlagen die Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Windparkbetreiber müssen folglich die künftige Nutzung ihrer Anlagen zu planen.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die Direktvermarktung des Stroms. So bietet das weltweit erste CO2-absorbierende Rechenzentrum Windcloud sich hier als fester Abnehmer von Energie direkt in Nordfriesland an. Dabei tritt Windcloud als Partner auf, der sowohl Energie als auch Abwärme direkt vor Ort "veredelt". Thomas Reimers, Geschäftsführer von Windcloud und Experte für nachhaltige Digitalisierung, hat sein Konzept bereits auf der Husum Wind vorgestellt und sich auf dem Branchentreff mit zahlreichen Anbietern ausgetauscht.

Welches Nachnutzungskonzept macht Sinn?

„Der Einsatz von Windenergie steht in den kommenden Jahren vor gravierenden Herausforderungen“ weiß Reimers. „Während in 2017 noch 1.792 neue Anlagen gebaut wurden, waren es im ersten Halbjahr gerade mal 35. Dazu kommt, dass für mindestens 6000 Anlagen im kommenden Jahr die EEG-Förderung endet.“

Repowering, Direktvermarktung oder Abbau? Windparkbetreiber stehen im kommenden Jahr vor der Frage, ob sie ihre Anlagen künftig lohnend weiterbetreiben können oder sie eventuell sogar abbauen müssen. Die Experten der Deutschen Windguard haben berechnet, dass nach 2020 rund 6.000 Windenergieanlagen die EEG-Zulage verlieren. Damit erhalten diese nicht mehr einen festgesetzten Preis pro Kilowattstunde, sondern müssen ihren Storm zum - meist deutlich niedrigeren - Marktpreis anbieten.

Thomas
Thomas Reimers, Windcloud: "Für den Klimaschutz ist Windkraft auch künftig die wichtigste erneuerbare Energie in Deutschland. Es funktioniert aber nur, wenn die Anlagen auch wirtschaftlich betrieben werden können. Dazu möchten wir beitragen."
(Bild: Windcloud)

Eine lukrative Option ist das Repowering: Dabei werden alte Anlagen durch neue, leistungsfähigere ersetzt. Das ist jedoch nicht an allen Standorten machbar, z.B. wegen der Abstandsregelungen. Beim so genannten Second Life werden Anlagen nach ihrem Abbau im Ausland weiterbetrieben. Beim Recycling können einzelne Teile weiterverwertet werden.

Die meisten Anlagen haben jedoch eine deutlich höhere Lebensdauer als die zwanzig Jahre, in denen sie gefördert wurden. Eine unkomplizierte Alternative ist das Konzept der Direktvermarktung, wie sie unter anderem Windcloud anbietet: Dabei wird die Energie zum vereinbarten Preis an den Abnehmer verkauft. Dank Aufbau eines digital-industriellen Ökosystems in Nordfriesland, wo ein Großteil deutscher Windkraftanlagen steht, kann Windcloud den Strom direkt vor Ort veredeln.

Digitalisierung auf nachhaltige Art

Digitale Infrastrukturen benötigen bereits jetzt große Mengen an Strom und sind damit für einen hohen CO2-Ausstoß verantwortlich – mit steigender Tendenz. Windcloud zeigt, dass man Rechenzentren sowohl wirtschaftlich als auch klimaneutral betreiben kann. Das norddeutsche Unternehmen hat seine hochgesicherte Anlage in 54 ehemaligen Nato-Bunkern untergebracht, setzt hier ausschließlich auf regenerative Energie und stellt die Abwärme nachhaltigen Industriepartnern direkt vor Ort zur Verfügung. So sorgt beispielsweise eine Algenfarm dafür, dass CO2 zusätzlich abgebaut wird. Algen sind zudem begehrte Rohstoffe in Nahrungsergänzung und Kosmetik und so auch wirtschaftlich interessant.

„Bereits 2014 hat das Umweltbundesamt die Windenergie als tragende Säule der Energiewende erkannt“, sagt Thomas Reimers. „Für den Klimaschutz ist Windkraft auch künftig die wichtigste erneuerbare Energie in Deutschland. Es funktioniert aber nur, wenn die Anlagen auch wirtschaftlich betrieben werden können. Dazu möchten wir beitragen.“

Windcloud kann große Mengen Windenergie speichern

Windcloud ist ein regenerativer Cloudhoster mit eigenem Rechenzentrum. Firmensitz ist in Enge-Sande auf dem GreenTEC Campus. Dort wird das Rechenzentrum ausschließlich mit regenerativer Energie betrieben. Durch die Verwendung eines bereits bestehenden Hybridspeichers können große Mengen Windenergie gespeichert und bei Windstille für den Betrieb des Rechenzentrums eingesetzt werden.

Darüber hinaus werden Solar- und Biogasstrom zur Versorgung und Absicherung eingesetzt. Das Unternehmen nutzt die nachhaltige Infrastruktur, um seinen Kunden die besten virtualisierten Cloud-Produkte und Services kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Hundertprozentige Rechtssicherheit ist garantiert: Alle Daten werden ausschließlich am Standort in Deutschland gespeichert.

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