Buy american! Die 5G-Architektur in den USA soll amerikanisch sein

| Redakteur: Jürgen Schreier

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hat die US-Regierung führende Betreiber- und Technologieunternehmen zusammengerufen, um ausloten, ob mit einem offenen RAN die Abhängigkeit des Landes von Hard- und Software des chinesischen 5G-Ausrüsters Huawei zu verringern.

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Beim Ausbau des 5G-Netzes wollen die USA primär auf amerikanische Ausrüster setzen. Allerdings sind die zwei großen europäischen Player Ericsson und Nokia wohl weiter im Rennen.
Beim Ausbau des 5G-Netzes wollen die USA primär auf amerikanische Ausrüster setzen. Allerdings sind die zwei großen europäischen Player Ericsson und Nokia wohl weiter im Rennen.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Allerdings befinden sich die Arbeiten dazu noch in einem frühen Stadium. Dennoch sagte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, dem "Wall Street Journal", dass das Ziel letztlich darin bestehe, sicherzustellen, dass "die 5G-Architektur und -Infrastruktur der USA" von inländischen Unternehmen stamme. Allerdings werden die europäischen 5G-Ausrüster Ericsson (Schweden) und Nokia (Finnland) angesichts ihrer starken Präsenz auf dem amerikanischen Markt vermutlich weiter zum Lieferantenkreis für den Ausbau des 5G-Netzes in den USA gehören.

Mavenir: Chance, Huawei-Kits kostengünstig zu ersetzen

Wie aus dem vom Mobilfunkverband GSMA herausgegebenen Infodienst "Mobile World Live" hervorgeht, soll Huawei den Schritt kritisiert haben. Huawei erneuerte in diesem Zusammenhang ein früheres Angebot, seine 5G-Technologie an einen in den USA ansässigen Konkurrenten zu lizenzieren. Laut Mobile World Live" bestätigten Kudlows Aussagen eine kürzlich gemachte Aussage von US-Außenminister Mike Pompeo, dass die US-Behörden daran arbeiten würden, neue globale Alternativen zu Huawei zu fördern.

Allerdings betrachtet nicht allein die US-Administration das offene RAN als eine Gelegenheit, den chinesischen Anbieter Huawei auszubooten: Vertreter des Softwareanbieters Mavenir erklärte bei einem Treffen mit der Federal Communications Commission, dass der Ansatz "in den USA ansässige Anbieter dazu anregen könnte, in die 5G-Lieferkette einzusteigen" und die heimische "Herstellung von Technologie und Software zu fördern, anstatt sie nach China zu verlagern". Das texanische Unternehmen, das Cloud-basierte Software-Lösungen für die Telekommunikationsbranche bereitstellt, zeigte sich bei diesem Termin überzeugt, dass ein offenes RAN eine kosteneffiziente Option für einheimische Betreiber sein könnte, um die vorhandenen Huawei-Kits in ihren Mobilfunknetzen durch andere Systeme zu ersetzen.

US-Firmen sollen Anteile an europäischen Ausrüstern erwerben

US-Generalstaatsanwalt William Barr hat außerdem angeregt, amerikanische Unternehmen oder der Staat selbst sollten Mehrheitsbeteiligungen an europäischen Netzausrüstern wie Ericsson und Nokia erwerben, um den Wettbewerb gegen Huawei, Weltmarktführer bei Netzwerkausrüstungen, zu verschärfen. Während einer Rede in Washington DC sagte der Beamte, dass die USA und ihre Verbündeten den Erwerb von Anteilen an Nokia und Ericsson erwägen sollten, entweder durch direkte Investitionen in Aktien oder durch die Bildung von Konsortien auf Unternehmensebene.

De USA betrachten die Technologie von Huawei als Bedrohung für die nationale Sicherheit, da dem Unternehmen enge Beziehungen zur chinesischen Regierung nachgesagt bzw. der Kommunistischen Partei Chinas werden. Während der gesamten US-Kampagne gegen das Unternehmen hat Huawei die Behauptungen jedoch zurückgewiesen.

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