Corona-Ferien Daheim bleiben und Roaming-Gebühren sparen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Von Fernweh geplagte Touristen können das Jahr 2020 vermutlich komplett abhaken. Die Alternativen - ob Balkonien oder der Radausflug in die nähere Umgebung - sind zwar keine echte Alternativen zur Flugreise oder Kreuzfahrt. Aber man spart Geld, z.B. beim mobilen Telefonieren und Surfen.

Fotografieren ist kostenlos. Doch wenn man die Urlaubsfotos gleich an seine Lieben in der Heimat versendet, fallen außerhalb der EU oft saftige Roaming-Gebühren an.
Fotografieren ist kostenlos. Doch wenn man die Urlaubsfotos gleich an seine Lieben in der Heimat versendet, fallen außerhalb der EU oft saftige Roaming-Gebühren an.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ . dichtete er deutsche Volksmund frei nach Goethe. In der allgegenwärtigen Coronakrise gewinnt diese Einsicht plötzlich wieder an Aktualität. Der schnelle Trip nach Malle, Urlauben in der Domrep oder auf den Seychellen, die Karibikkreuzfahrt - ungeachtet der bevorstehenden Lockerungen des Lockdown kann man das alles für 2020 wohl eher vergessen.

Die Telefonrechnung fällt niedriger aus

Die Alternativen sind: Streaming auf dem Sofa (derzeit noch mit verminderter Auflösung), Sonnenbaden Im Garten oder auf dem Balkon, dazu Spazierengehen oder eine Fahrradtour. Für notorisch Fernwehgeplagte wie den Schreiber dieser Zeilen, der heute Abend rein hypothetisch den Rückflug von New York nach Frankfurt antreten würde (wäre er denn in New York gewesen), Aussichten, die nur bedingt begeistern können.

Allerdings - und jetzt kommt die gute Nachricht: Bleibt man daheim kann man einiges sparen, zumindest wenn es um die Kosten für das mobile Telefonieren und Surfen geht. Eine Musterfamilie mit zwei Kindern spart "auf Balkonien" bis zu 450 Euro an Datenkosten, wie eine Modellrechnung, hat das beliebte Vergleichsportal Verivox ausgerechnet. Denn für viele Länder gelten - anders als in der EU - auch weiterhin hohe Aufpreise beim Telefonieren und Surfen. Jetzt verschobene Reisen sollten deshalb gut vorbereitet werden.

Kostendeckel greift nur für Datennutzung

Die besagte vierköpfige Familie käme in 14 Urlaubstagen auf einen Datenverbrauch von 4,5 Gigabyte (GB). Würde der deutsche Durchschnittsverbrauch zugrunde gelegt, wären es 6 GB - jedoch weicht die Datennutzung im Urlaub üblicherweise etwas (nach unten) ab.Um 4,5 GB außerhalb der regulierten EU-Zone abzudecken, wären bei der Deutschen Telekom fünf Datenpässe (WeekPass L) notwendig. Kosten: 150 Euro. Bei Vodafone fielen bis zu 240 Euro an; bei Telefónica (O2) sogar fast 450 Euro.

"Hinzu kommen Kosten fürs Telefonieren, denn anders als bei der Datennutzung gibt es für Telefongespräche keinen Kostendeckel", erläutert Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger. "Außerhalb der EU müssen sogar ankommende Gespräche bezahlt werden. Für abgehende Verbindungen werden teilweise 2,99 Euro pro Minute fällig." 30 Telefonminuten summieren sich bei beliebten Reisezielen wie der Dominikanischen Republik auf bis zu 89 Euro.

Kostenfallen Kreuzfahrt und Flugzeug

Richtig in die Tasche greifen müssen Kreuzfahrer. Verbringt die Familie den Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff, kann der Spaß am Telefonieren und Surfen noch teurer werden. Auf hoher See greift nämlich weder die Roaming-Regulierung der EU, noch sind die regulären Auslandspakete der Mobilfunkanbieter buchbar. Auf der AIDA fallen zum Beispiel in den günstigsten dort verfügbaren Tarifen 265 Euro für 4,5 GB an; 30 Telefonminuten schlagen mit 90 Euro zu Buche.

Würde die Familie hingegen das satellitengestützte Schiffsnetz nutzen und kein WLAN-Paket buchen, wären die Kosten immens: Sie müsste dann theoretisch fast 90.000 Euro für mobiles Surfen und Telefonate zahlen.

"An Bord von Flugzeugen und Schiffen greift kein Kostendeckel, auch innerhalb der EU nicht", sagt Ensinger. "Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte das Handy schon vor Betreten des Schiffes in den Flugmodus schalten. Denn die teuren Bordnetze sind oft bereits im Hafen verfügbar. Wer WLAN nutzen möchte, kann das anschließend separat aktivieren."

Künftige Reisen schon jetzt gut vorbereiten

Zur Vorbereitung einer jetzt verschobenen Reise empfiehlt es sich, vorab beim eigenen Provider zu prüfen, welche Kosten anfallen. Das gilt insbesondere für Kunden von Discount-Anbietern, die im Regelfall per verbrauchtem Kilobyte abrechnen und keine vergünstigten Pakete anbieten. Zwar greift außerhalb der EU mit Ausnahme der genannten Bordnetze für die Datennutzung ein Kostendeckel von 59,90 Euro. Doch dieser ist angesichts der hohen Nutzungspreise oft schon erreicht, wenn sich eine App im Hintergrund aktualisiert.

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