Eilmeldung Coronavirus: Hannover Messe 2020 wird verschoben

| Redakteur: Jürgen Schreier

Abgesagt ist die Hannover Messe 2020 nicht, doch wird die weltweite führende Industrieschau auf die Woche vom 13. bis 17. Juli verschoben. Die Deutsche Messe AG reagiert damit auf die weltweiten Entwicklungen rund um Covid-19 und das sogenannte Coronavirus. Ursprünglich hatte die Hannover Messe vom 20. bis 24. April stattfinden sollen.

... wohl eher nicht. Die Hannover Messe 2020 wird verschoben.
... wohl eher nicht. Die Hannover Messe 2020 wird verschoben.
(Bild: Deutsche Messe)

Nach der Absage beziehungsweise Verschiebung einiger B2B-Messen wegen des Coronavirus – darunter die Gebäudetechnik-Fachmesse Light + Building in Frankfurt, die Metallbearbeitungsmesse Metav 2020 in Düsseldorf und die Handwerksmesse in München- ist nun auch mit der Hannover Messe 2020, die weltweit führende Industriemesse dem Coronavirus (Covid-19) zum Opfer gefallen.

Die Hannover Messe 2020 wird auf die Woche vom 13. bis 17. Juli verschoben. Die Deutsche Messe AG reagiert damit auf die weltweiten Entwicklungen rund um Covid-19 (Coronavirus).

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Die Entscheidung für die Terminverschiebung in den Juli 2020 erfolgte in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Region Hannover, dem Ausstellerbeirat der Hannover Messe sowie den Partnerverbänden VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie).

Maßnahmen zur Gesundheitssicherung kaum umsetzbar

Das Gesundheitsamt der Region Hannover hatte der Deutschen Messe AG dringend empfohlen, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu beachten. Diese beinhalten umfassende Maßnahmen zur Gesundheitssicherung bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen. Dazu gehören Fiebermessstationen an allen Eingängen, sowie die Umsetzung der Maßnahme, keine Teilnehmer aus Risikogebieten zuzulassen und Teilnehmern, die Kontakt zu Personen aus Risikogebieten hatten, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verweigern. Dies hätte eine umfangreiche Überprüfung aller Messeteilnehmer zur Folge – von Aussteller über Besucher bis hin zu Dienstleistern, Standbauern und Catering-Firmen.

„Mit dem Termin im Juli bieten wir unseren Ausstellern den frühestmöglichen Zeitpunkt, um ihre Innovationen einem Weltpublikum zu präsentieren und Geschäfte anzubahnen“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. „Angesichts der weltwirtschaftlichen Herausforderungen, die durch das Coronavirus im ersten Halbjahr ausgelöst wurden, bietet der neue Termin erhebliche Chancen. Denn so kann die weltweit wichtigste Industriemesse bereits im Juli frühzeitig wichtige Impulse für die globale Konjunktur setzen. Damit ist und bleibt die Hannover Messe die Galionsfigur der deutschen Industrie.“

Bereits gestern (3. März) war die neue IT-Messe für den Mittelstand, die TWENTY2X, abgekündigt worden. Sie sollte vom 17.bis 19. März 2020 erstmals in Hannover ihre Pforten öffnen, wird aber jetzt zu einem anderen Termin stattfinden - und zwar vom 23. bis 25. Juni 2020.

Mittelständisches Geschäftsklima im Februar 2020 noch ohne Corona-Effekt

Im Februar 2020 zeigten sich die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland nicht vom zu diesem Zeitpunkt weitestgehend auf China begrenzten Coronavirus beeindruckt: Nach einem Dämpfer im Vormonat ist das mittelständische Geschäftsklima wieder leicht um 0,8 Zähler angestiegen, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Mit nun 0,7 Saldenpunkten lag es aber weiterhin nahe an der Nulllinie, die eine durchschnittliche Konjunkturlage signalisiert. Ursächlich für die Klimaverbesserung war eine Aufhellung der Erwartungen (+1,6 Zähler auf -7,9 Saldenpunkte). Die Geschäftslage bewegte sich dagegen unverändert bei 9,9 Saldenpunkten.

Anzeichen für einen Corona-Effekt gab es im Februar 2020 hingegen bei den Großunternehmen, deren Geschäftsklima erstmalig seit Oktober 2019 wieder einen Rückschlag erlebte: Es sank um -2,3 Zähler auf -9,4 Saldenpunkte. Insbesondere verschlechterte sich die Lagebeurteilung (-3,1 Zähler auf -6,2 Saldenpunkte), aber auch die ohnehin noch pessimistischen Erwartungen gaben wieder nach (-1,7 Zähler auf -12,7 Saldenpunkte). Vor allem die großen Industrieunternehmen sind hinsichtlich ihrer Absatzmöglichkeiten und Lieferketten stark von den Auswirkungen der massiven Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in China betroffen. Seit Ende Januar 2020 stehen weite Teile der chinesischen Wirtschaft praktisch still. Das öffentliche Leben findet nur noch eingeschränkt statt, was den Konsum erheblich einschränkt.

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