AIM-Trendbarometer

AutoID-Verband sieht "ermutigende Entwicklung" am RFID-Markt

| Redakteur: Jürgen Schreier

Leicht abgeschwächt hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in der AutoID-Branche im zweiten Halbjahr 2019, was der Industrieverband AIM unter anderem auf die weltpolitischen Unsicherheiten zurückführt. Recht solide präsentiert sich das Segment RFID inklusive NFC und RTLS.

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Für RFID einschließlich NFC und RTLS wird die Entwicklung für RFID aktuell noch immer optimistisch eingeschätzt – was eine Reaktion auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist.
Für RFID einschließlich NFC und RTLS wird die Entwicklung für RFID aktuell noch immer optimistisch eingeschätzt – was eine Reaktion auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist.
(Bild: www.bandbreite.io)

Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder im halbjährlichen Turnus über ihre Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte im Besonderen. Diese Unternehmen bieten Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für automatische Identifikation (AutoID) und mobile Systeme in diesen Technologiefeldern: Optical Readable Media (Barcodes, zweidimensionale (2D) Codes etc.), RFID, NFC ( = Near Field Communication), RTLS ( = Real-Time Locating Systems) und industrielle Sensorik. Darüber hinaus stehen u.a. Themenkomplexe wie „AutoID & Security“, „Interoperabilität“ (OPC UA), „Energy Harvesting“ und „AutoID & KI“ auf der Agenda des Technologieverbandes für automatische Datenerfassung, Identifikation (AutoID) und mobile IT-Systeme.

Umsatzentwicklung bei den Unternehmen insgesamt stabil oder positiv

Die wirtschaftliche Lage der AutoID-Unternehmen hat sich der Umfrage zufolge auch im ersten Halbjahr 2019 positiv entwickelt: rund 55 Prozent der AIM-Mitglieder (etwas weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres) konnten ihre Umsätze steigern. Abermals rund 25 Prozent gaben eine stabile Entwicklung an. Fazit: Im vierten Halbjahr hintereinander gab es damit kaum ein Branchenunternehmen, dass keine positive oder zumindest stabile Umsatzentwicklung gemeldet hätte.

Ihre Investitionen haben erneut rund die Hälfte der AIM-D-Mitgliedsunternehmen gesteigert: 47,06 Prozent (55,56 Prozent). 44,12 Prozent haben in gleicher Höhe wie im zweiten Halbjahr 2018 investiert (35,56 Prozent), keine zehn Prozent weniger. Das Investitionsverhalten ist demnach stabil geblieben.

Die allgemeine Marktentwicklung im Bereich AutoID: Die Summe der Einschätzungen für eine bessere oder gleichbleibende Marktentwicklung ist mit über 85 Prozent stabil geblieben (90 Prozent). Diese summiert sich aus 44,12 Prozent (51,11 Prozent) für eine bessere und 41,18 Prozent (40 Prozent) für eine gleich gebliebene Markteinschätzung. Anders als im Vergleichszeitraum 2018 bleibt dieses Mal die Wahrnehmung der Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Entwicklung ganz leicht hinter der Wahrnehmung bzw. Bewertung der allgemeinen Marktentwicklung zurück.

Bezogen auf einzelne unter dem Oberbegriff AutoID zusammengefasste Technologien, ergab sich folgendes Bild:

  • Barcode und andere optische Identifikationssysteme (ORM, Optical Readable Media): Barcode, zweidimensionale Codes wie Datamatrix und QR (= Quick Response Code), OCR (= Optical Code Recognition.) In Bezug auf diese Systeme berichten mit 20,59 Prozent weniger Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung als im zweiten Halbjahr 2018 (33,33 Prozent). Der Wert für eine unveränderte Marktentwicklung ist mit rund 30 Prozent (18 Prozent) dagegen deutlich höher ausgefallen. Dies lasse darauf schließen, dass der Barcode und die anderen Optical Readable Media nach wie vor aus vielen Bereichen nicht wegzudenken seien. Eine Ablösung durch andere AutoID-Technologien stehe folglich nicht an.
  • RFID: Die Entwicklung für RFID einschließlich NFC und RTLS wird aktuell immer noch optimistisch eingeschätzt, was laut AIM eine Reaktion auf die Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 sowie dem Internet der Dinge (IoT) darstellt. Eine bessere Entwicklung sehen gegenwärtig 50 Prozent (60 Prozent), eine unveränderte, also stabile Entwicklung über 40 Prozent (25 Prozent) der befragten Unternehmen. Diese im Trend der letzten Halbjahre liegenden Zahlen entsprechen in etwa der allgemeinen Wahrnehmung der Fortschritte bei der Umsetzung von Industrie 4.0 und dem großen Projekt der digitalen Transformation der Wertschöpfung. Mit Blick auf die anderen AutoID-Bereiche nehmen die RFID-Technologien nach wir vor eine "ermutigende Entwicklung" - nicht zuletzt vor dem Hintergrund von RAIN-RFID, einer global agierenden UHF-Allianz von AIM Inc. Die aktuellen Herausforderungen in vielen Märkten bleiben die Themen Security, Interoperabilität und AutoID in heterogenen Technologieumgebungen im Zusammenspiel mit Sensor-Netzwerken, LoRa etc.
  • NFC und RTLS: Speziell mit Bezug auf diese Technologien wurde gefragt, ob eine verstärkte Nachfrage erkennbar sei. Bei NFC haben das mit knapp 40 Prozent (42,22 Prozent) etwas weniger Unternehmen bejaht als im Vergleichszeitraum. Bei den Real-Time Locating Systems (RTLS) bejahten rund 30 Prozent der Unternehmen diese Frage (37,78 Prozent). Der Wert für NFC dürfte nach Einschätzung des Verbandes zukünftig wieder ansteigen, wenn es mit den industrielle NFC-Anwendungen weiter aufwärts geht. Mit 35,29 Prozent (15,56 Prozent) ist der Anteil der Unternehmen, die in keinem der beiden Bereiche einen Nachfragezuwachs festgestellt haben.
  • Industrie 4.0: Rund 90 Prozent, nämlich 88,24 Prozent (85 Prozent) der AIM-Mitglieder nutzen Industrie 4.0 als Rahmen für die Vermarktung von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen. Gerade einmal 10 Prozent der Unternehmen sehen gegenwärtig in Industrie 4.0 nicht das zentrale strategische Thema.

RFID - Enabler von Industrie 4.0 und (I)IoT

Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V. in Lampertheim resümiert: „Die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum ersten Halbjahr 2019 stehen, wenn auch leicht abgeschwächt, zum wiederholten Male in der Kontinuität der Entwicklungen des vorhergehenden Halbjahrs – in diesem Fall also des zweiten Halbjahrs 2018 – und zeigen ein Mut machendes Bild des AutoID-Marktes. Ähnlich wie im zweiten Halbjahr 2018 (90 Prozent) berichten erneut rund 80 Prozent der Unternehmen von gestiegenen oder gleichgebliebenen Umsätzen. Bei rund der Hälfte der Unternehmen hat sich die Marktposition verbessert. Knapp 40 Prozent berichten erneut von einer abermals gestiegenen Nachfrage im Technologiesegment NFC – etwas über 40 Prozent waren es im zurückliegenden Halbjahr." Darin spiegele sich unter anderem wider, dass z.B. das mobile Bezahlen mit NFC neben Marketing- und Ticketing-Lösungen immer noch einer der Treiber von NFC zu sein schienen und dass die industriellen NFC-Anwendungen wie das elektronische Typenschild für Predictive Maintenance noch Potenzial hätten.

„Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT / IIoT) und die Digitalisierung der Wertschöpfung insgesamt“, so Altes weiter, „sind längst im Tagesgeschäft angekommen. Und die AIM-Community bringt sich mit aller Kraft in diese Prozesse ein; die Digitalisierung der Wirtschaft ist voll im Gange und die AutoID-Technologien verstehen sich völlig zu Recht als Enabling Technologies für Automatisierung und die Gestaltung autonomer Prozesse in Produktion und Logistik. Und diese Entwicklung wird nicht zuletzt die AutoID-Märkte sicherlich noch lange beschäftigen.“ Bleibe zu hoffen, dass sich die weltpolitische Lage wieder entspanne.

Kleines AutoID-Glossar

Strichcodes

1D-Codes:

1D-Code - EAN-13: Die Strichcodierung enthält die verschlüsselte Information, bestehend aus eingefärbten Strichen und nicht eingefärbten Lücken. Die Ruhezone befindet sich vor und hinter der Strichcodierung und dient zur Abgrenzung des zu identifizierenden Objektes. Die Klarschriftzeile befindet sich unter der Strichcodierung und stellt die gesamte verschlüsselte Information in lesbarer Schrift dar.

Es sind verschiedene Strichcodetypen entstanden, z. B.:
EAN 8 und EAN 13: Zeichenvorrat 10 Ziffern, Zeichenlänge 8 oder 13 Stellen, Anwendungsbeispiel Handel (POS)
Code 39: alphanumerischer Zeichensatz, Zeichenvorrat 43 Ziffern, variable Zeichenlänge. Anwendungsbeispiel Elektronik
Code 128: Full-ASCII, Zeichenvorrat 128 ASCII, variable Zeichenlänge, Anwendungsbeispiel: Logistik

2D-Codes:

Bei den 2D-Codes unterscheidet man zwischen Stapelcodes (Codablock, PDF417) und Matrixcodes (DataMatrix, MaxiCode). Der Begriff 2D-Code kann durch die zweidimensionale Informationsdarstellung hergeleitet werden. Das heißt, der Standard-Strichode wäre ein 1D-Strichcode, da die Codeinformation nur in der X-Achse dargestellt ist. Bei den gestapelten Codes kommt noch eine zweite Informationsebene in Form der Y-Achse hinzu. Durch diese Art der Komprimierung, d. h. Stapelung, kann die Fläche für einen 2D-Code relativ klein gehalten werden.

Near Field Communication NFC) ist ein auf der RFID-Technik basierender internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per elektromagnetischer Induktion mittels loser gekoppelter Spulen über kurze Strecken von wenigen Zentimetern und einer Datenübertragungsrate von maximal 424 kBit/s.

RTLS: Die Echtzeitortung ist ein Verfahren zur Ortsbestimmung von identifizierten Objekten. Die Ortung erfolgt über Funk (Radiowellen: GPS / RFID), optisch mit Lichtwellen (z.B. mit Laser-, Kamera- und Sensor-Systemen) oder über andere Verfahren. Echtzeitortung ermöglicht Indoor- und Outdoor-Ortung nicht nur bei Fahrzeugen, sondern bei bewegten Objekten jeglicher Art – auch bei sich autonom bewegenden Objekten wie Flurförderzeugen, Ladungsträgern und Robotern.

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