AIM-Trendbarometer AutoID-Markt: Leichte Verbesserung im zweiten Halbjahr 2019

| Redakteur: Jürgen Schreier

Eine positive Entwicklung am AutoID-Markt signalisiert das AIM-Trendbarometer für das zweite Halbjahr 2019. Auch für das erste Halbjahr 2020 gibt man sich optimistisch. Allerdings wurde die Umfrage vor der Corona-Krise durchgeführt.

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RFID inklusive NFC und RTLS gehört zu den Kerntechnologien im Bereich IoT/IIoT.
RFID inklusive NFC und RTLS gehört zu den Kerntechnologien im Bereich IoT/IIoT.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder im halbjährlichen Turnus über ihre Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte im Besonderen. Bei aktuellen Trendbarometer ist allerdings zu beachten, dass die Befragung noch vor der Corona-Krise stattgefunden hat. Deren Auswirkungen und daraus resultierenden Erwartungen sind noch nicht in die Ergebnisse eingeflossen; außerdem wurde der Fragenkatalog vorsichtig modernisiert – ohne, dass die Vergleichbarkeit mit vorherigen Befragungen dadurch gefährdet wäre.

Verbesserte Geschäftsentwicklung erwartet

Nach Aussagen von Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V., Lampertheim, „stehen die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum zweiten Halbjahr 2019, wieder leicht verbessert, zum wiederholten Male in der Kontinuität der Entwicklungen des vorangegangenen Halbjahrs – in diesem Fall also des ersten Halbjahrs 2019 – und zeigen ein ermutigendes Bild des AutoID-Marktes."

Ähnlich wie im ersten Halbjahr 2019 (80 Prozent) berichten wieder über 85 Prozent der Unternehmen von einer verbesserten oder zumindest gleichgebliebenen Geschäftsentwicklung der AutoID-Märkte. Bei über einem Drittel der Unternehmen hat sich die Marktposition verbessert. Und für das erste Halbjahr 2020 erwarten rund ein Drittel eine abermalige Verbesserung der Marktposition und knapp die Hälfte geht zumindest von einer stabilen Marktentwicklung aus.

Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V., Lampertheim, erkennt ein ermutigendes Bild des AutoID-Marktes.
Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V., Lampertheim, erkennt ein ermutigendes Bild des AutoID-Marktes.
(Bild: AIM )

Eine verstärkte Nachfrage wird mit über 60 Prozent für RFID insbesondere im Bereich der elektronischen Identifikation erwartet – wobei erneut knapp 40 Prozent von einer abermals gestiegenen Nachfrage im Technologiesegment NFC ausgehen und rund 15 Prozent im Bereich RTLS. „Auffällig“, so Altes weiter, „sind insbesondere die positiven Erwartungen an den Schnittstellen zu ergänzenden Technologien wie Sensorik (fast 40 Prozent) und Machine Vision (fast 30 Prozent).“

AutoID-Branche sieht sich als Enabler von Industrie 4.0

Die Aufgaben und Herausforderungen von Industrie 4.0 auf dem Weg zur Smart Factory und einer Smart Production – wie z.B. Condition Monitoring, Predictive Maintenance u.v.m. – sind längst Tagesgeschäft im AutoID-Umfeld: Die AutoID-Branche sieht sich als Enabler von Industrie 4.0. In nahezu allen Unternehmen der AutoID-Branche spielen die Produkt-, Lösungs- und Dienstleistungsangebote eine strategische Rolle mit Blick auf Industrie 4.0 und den Weg zur Smart Factory mit ihren Cyber Physical Systems und einer Anbindung an die Cloud, also das Internet der Dinge (IoT/ IIoT).

Die wirtschaftliche Lage der AutoID-Unternehmen ist der Umfrage zufolge auch im zweiten Halbjahr 2019 recht stabil geblieben: ein Drittel der AIM-Mitglieder (etwas weniger als im Vergleichszeitraum) konnten ihre Umsätze steigern; über 50 Prozent gaben zumindest eine stabile Entwicklung an; im fünften Halbjahr hintereinander gab es also kaum ein Unternehmen, dass keine positive oder zumindest stabile Umsatzentwicklung gemeldet hat.

Ihre Investitionen haben immerhin noch über zehn Prozent der Unternehmen gesteigert: 11,90 Prozent (47,06 Prozent). 61,90 Prozent haben in gleicher Höhe wie im zweiten Halbjahr 2018 investiert (44,12 Prozent), keine 15 Prozent weniger (zehn Prozent). Das Investitionsverhalten ist demnach erfreulich stabil geblieben.

Barcode: Mit vollständiger Substitution ist nicht zu rechnen

Die allgemeine Marktentwicklung im Bereich AutoID: Die Summe der Einschätzungen für eine bessere oder gleichbleibende Marktentwicklung hat sich mit 90 Prozent sogar leicht verbessert (80 Prozent). Diese summiert sich aus 35,71 Prozent (44,12 Prozent) für eine bessere und 54,76 Prozent (41,18 Prozent) für eine gleich gebliebene Markteinschätzung. Wie im Vergleichszeitraum bleibt auch dieses Mal die Wahrnehmung der Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Entwicklung ganz leicht hinter der Wahrnehmung bzw. Bewertung der allgemeinen Marktentwicklung zurück.

Geht es um Barcode und andere optische Identifikationssysteme (ORM) wie QR und OCR so berichten mit 16,67 Prozent etwas weniger Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung als im Vergleichszeitraum (20,59 Prozent); der Wert für eine unveränderte Marktentwicklung ist mit rund 35 Prozent (30 Prozent) hingegen leicht höher ausgefallen. Der Barcode und die anderen Optical Readable Media, so diese Ergebnisse, lassen folglich vor aus vielen Bereichen nicht wegdenken, weshalb eine vollständige Substitution nicht zu erwarten ist.

Optimistische Einschätzung für RFID-Technologien

Die Entwicklung für RFID einschließlich NFC und RTLS wird aktuell immer noch optimistisch eingeschätzt – was eine Reaktion auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist. Eine bessere Entwicklung sehen gegenwärtig immer noch über 35 Prozent (50 Prozent), eine unveränderte, also stabile Entwicklung sehen erneut gut 40 Prozent. Diese im Trend der letzten Halbjahre liegenden Zahlen entsprechen in etwa der allgemeinen Wahrnehmung der Fortschritte bei der Umsetzung von Industrie 4.0 und dem großen Projekt der digitalen Transformation der Wertschöpfung.

Mit Blick auf die anderen AutoID-Bereiche kann man somit sagen, dass die RFID-Technologien nach wie vor eine "ermutigende" Entwicklung nehmen – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund von RAIN-RFID, einer global agierenden UHF-Allianz von AIM Inc. sowie den Schnittstellen-Themen wie z.B.: Security, Interoperabilität und AutoID in heterogenen Technologieumgebungen (z.B. Sensor-Netzwerke, LoRa etc.).

Die Erwartung einer zukünftig „verstärkten Nachfrage“ für einzelne Technologie-Bereiche – eine neue Frage im aktuellen Trendbarometer – stellt sich wie folgt dar:

  • Optische Identifikation: 19,05 Prozent
  • Kennzeichnung: 33,33 Prozent
  • RFID: 64,29 Prozent
  • NFC: 38,10 Prozent
  • RTLS: 14,29 Prozent
  • Sensorik: 38,1 Prozent
  • Bluetooth: 11,9 Prozent
  • Vision Systems: 26,19 Prozent

All diese AutoID-Technologien ermöglichen im Einzelnen oder in ihrer Kombination sowie in der Kombination mit angrenzenden Technologiefeldern (z.B. LoRa): Kennzeichnung & Identifikation, Tracking & Tracing, Anti-Counterfeiting, Secure Objects, Bestandsmanagement, Kommissionierung, Mobile Payment, Ticketing, eCRM, Echtzeitortung, Condition Monitoring, Predictive Maintenance, Smart Metering, Cyber Physical Systems und vieles mehr – also: Automatisierung, autonome Prozesse, die Digital Supply Chain und Smart Factory; kurz: die Digitale Transformation der Wertschöpfung.

Industrie 4.0 ist Tagesgeschäft der AIM-Community

„Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT / IIoT) und die Digitalisierung der Wertschöpfung insgesamt“, so das Resümee von Altes, „sind das Tagesgeschäft der AIM-Community, die sich mit aller Kraft in diese Prozesse einbringt. Die AutoID-Technologien verstehen sich völlig zu Recht als Enabling Technologies für Automatisierung und die Gestaltung autonomer Prozesse in Produktion und Logistik. Und diese Entwicklung wird nicht zuletzt die AutoID-Märkte sicherlich noch lange beschäftigen.“

Maßgeblich komme es jedoch darauf an, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Arbeitsmarktsituation, die Marktakzeptanz der AutoID-Technologien im Besonderen, technologischer Fortschritt im Allgemeinen und – ganz wichtig für die AutoID-Branche – die weltweite Standardisierung entwickeln. Völlig offen sei die Frage, wie sich die Welt mit Corona entwickeln und wie sie nach der Corona-Krise aussehen wird.

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