Connected Car Auswirkungen von V2V- und V2I-Kommunikation

Autor / Redakteur: Igor Ilunin / Jürgen Schreier

V2V- und V2I-Lösungen stecken noch in den Kinderschuhen: Entwickler konzentrieren sich in erster Linie noch auf die Reduzierung des Verkehrs und die Verhinderung von Unfällen. Für die Zukunft prognostizieren IoT-Experten viele weitere vorteilhafte Anwendungen.

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Während V2V-Kommunikation eine möglichst breite Verbreitung der Technologie in Fahrzeugen verlangt, benötigt V2I die technischen Voraussetzungen lediglich in der Infrastruktur und im Auto selbst.
Während V2V-Kommunikation eine möglichst breite Verbreitung der Technologie in Fahrzeugen verlangt, benötigt V2I die technischen Voraussetzungen lediglich in der Infrastruktur und im Auto selbst.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Mit der weltweiten Expansion des Internets der Dinge (IoT) bereitet sich die Automobilindustrie auf monumentale Veränderungen im Individualverkehr und ÖPNV vor. Schätzungen der amerikanischen National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) zufolge, würde eine bessere Fahrzeugkommunikation 80 % aller Unfälle auf Schnellstraßen verhindern. Technologieunternehmen und Fahrzeughersteller forcieren deshalb den kommunikativen Fortschritt und investieren in Fahrzeug-zu-Fahrzeug- (V2V) und Fahrzeug-zu-Infrastruktur- (V2I) Technologien, um die Sicherheit und den Komfort im gesamten Straßenverkehr zu erhöhen. Auch Versicherungen sollten diese Entwicklungen zu nutzen wissen.

Weniger Kollisionen und mehr Energieeffizienz

Die in den heutigen Autos vorhandenen Automatisierungssysteme verwenden in erster Linie Sensoren: Für eine sichere Fahrt ermöglichen Ultraschall-, Radar- und Kameratechnologien den Fahrzeugen, Umgebungen zu betrachten und zu analysieren. Obwohl diese Lösungen äußerst wertvoll sind, besitzen Sensoren nur eine begrenzte Reichweite und verwalten versteckte Objekte und überraschende Bewegungen anderer Autos nicht immer effektiv.

Die V2V-Technologie gewährt indes einen 360-Grad-Blick und erhöht die automobile Sicherheit, indem sie die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen Fahrzeugen in Echtzeit realisiert. Obwohl noch nicht für das menschliche Auge sichtbar, können V2V-Systeme „um die Ecke schauen“ oder Autos in erheblicher Entfernung wahrnehmen und damit die Vorhersage zukünftiger Geschehnisse verbessern. Teilt zum Beispiel das vorausfahrende Fahrzeug einem schnell folgenden vor dem tatsächlichen Manöver mit, dass es kurz vor einem Spurwechsel steht, bedeutet das ein Plus an Sicherheit und Effizienz.

Während V2V-Kommunikation eine möglichst breite Verbreitung der Technologie in Fahrzeugen verlangt, benötigt V2I die technischen Voraussetzungen lediglich in der Infrastruktur und im Auto selbst. So gibt es Szenarien, in denen die Verkehrsinfrastruktur Hilfe zur Koordinierung leisten und Fahrzeuggruppen bestimmte Verhaltensweisen aufgrund von analysierten Daten des Verkehrsaufkommens und des Straßenzustands empfehlen kann.

Mit Blick auf autonome Autos würde V2I der Infrastruktur ermöglichen, basierend auf vorherrschenden Verkehrsbedingungen, die idealen Geschwindigkeiten, Beschleunigungen von Fahrzeugen und Fahrzeugzwischenräume zu bestimmen. Das könnte die Gesamtemissionen und den Kraftstoffverbrauch erheblich reduzieren.

LTA und IMA: die allwissenden Assistenten

Der Left-Turn-Assist (LTA) warnt die Fahrer, vor einem entgegenkommenden Fahrzeug links abzubiegen. Der Intersection-Movement-Assist (IMA) meldet sich vor dem Befahren von Kreuzungen bei prekären Verkehrslagen, wenn die Wahrscheinlichkeit, mit einem oder mehreren Fahrzeugen zu kollidieren, hoch ist. Nach NHTSA-Schätzungen haben die beiden Assistenten das Potenzial, 592.000 Unfälle und 1.083 Verkehrstote pro Jahr allein in den USA zu vermeiden.

Zusätzliche Anwendungen warnen Fahrer vor unmittelbaren Gefahren: um zum Beispiel Auffahrunfällen entgegenzuwirken, Gefahren im toten Winkel zu erkennen, Durchfahrtsverbote einzuhalten sowie rote Ampeln oder Stoppschilder zu beachten. Da Fahrzeuge der digitalen Generation mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur verbunden sein werden, erhalten die Fahrer Benachrichtigungen über bevorstehende Hindernisse, rutschige Straßenverhältnisse, dynamische Reisegeschwindigkeit und vieles mehr.

Veränderte Versicherungslage

Bei optimiertem Risikomanagements geschehen weniger Verkehrsunfälle. Das beeinflusst die Welt der Assekuranz immens. Den vermehrten Datenfluss im Straßenverkehr können Versicherungen analysieren und nutzen, um das Fahr- und Risikoverhalten der Versicherten abzuschätzen und Prämien entsprechend anzupassen. Außerdem überprüfen sie, ob, wann und wie der Fahrer auf Vorschläge und Warnungen reagiert, die die V2V/V2I-Kommunikation auslöst.

Igor Ilunin ist Leiter der IoT-Abteilung bei DataArt. Mit über zwölf Jahren Berufserfahrung in der IT-Branche fokussiert er sich dort auf die Themen IoT, Cloud Enablement, Computing und Migration. Als versierter, AWS-zertifizierter Architekt bringt er seine umfangreiche praktische Erfahrung in wichtige Kundenprojekte im IoT-Bereich ein. Der studierte Informatiker (Master) leitet auch das Team für R&D und Innovationstechnologie hinter DeviceHive, der Open Source IoT-Datenplattform von DataArt.
Igor Ilunin ist Leiter der IoT-Abteilung bei DataArt. Mit über zwölf Jahren Berufserfahrung in der IT-Branche fokussiert er sich dort auf die Themen IoT, Cloud Enablement, Computing und Migration. Als versierter, AWS-zertifizierter Architekt bringt er seine umfangreiche praktische Erfahrung in wichtige Kundenprojekte im IoT-Bereich ein. Der studierte Informatiker (Master) leitet auch das Team für R&D und Innovationstechnologie hinter DeviceHive, der Open Source IoT-Datenplattform von DataArt.
(Bild: DataArt)

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