Palo Alto Networks 5G-Wirtschaft braucht neue Sicherheitskonzepte

Redakteur: Jürgen Schreier

5G eröffnet Netzbetreibern und ihren Kunden neue Geschäftschancen. Dieses Potenzial muss aber sicher erschlossen werden können. Vor allem von Industrieunternehmen dürfte folgende Frage immer häufiger gestellt werden: Wie hält es mein Provider mit der Sicherheit?

Mit der Hypervernetzung entstehen ganz neue Cyberbedrohungen und für Hacker neue Angriffsvektoren.
Mit der Hypervernetzung entstehen ganz neue Cyberbedrohungen und für Hacker neue Angriffsvektoren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Smarte Städte, vernetzte Autos und Maschinen, die miteinander kommunizieren: Das Konzept der intelligenten Konnektivität wird in vielen Lebensbereichen intensiv diskutiert. Wirtschaft und Politik evaluieren aktuell das Potenzial, das die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) mit sich bringen könnte.

Deren Einführung von 5G ist mittlerweile in vollem Gange. Mobilfunkbetreiber starten 5G-Pilotversuche und bereiten die Vermarktung vor, während sie die geografische Präsenz erweitern. Die neuesten 5G-Anwendungen sind verbraucherorientiert, helfen Regierungen bei der Umsetzung von 5G für Smart-City-Rollouts und werden der Öffentlichkeit erste 5G-Erfahrung liefern bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen 2020 in Japan, die wegen der Corona-Krise aber erst 2021 stattfinden werden. Diese neue, hypervernetzte Welt gilt es jetzt resistent gegen Cyberbedrohungen zu machen.

Palo Alto Networks hat hier einige zentrale Aspekte identifiziert.

5G ebnet den Weg für neue Geschäftsmodelle

Das Versprechen intelligenter Konnektivität wird die massive Verbreitung des Internets der Dinge vorantreiben – und das ist noch nicht alles. 5G hat das Potenzial, auch die Industrie zu verändern. Aus dem Unternehme im herkömmlichen Sinne wird ein „Unternehmen der Dinge“ – vernetzte Industriegeräte, Sensoren, Netzwerke und Anwendungen, die Unternehmen verbinden.

Die Unternehmen werden sie 5G-Netzwerke benötigen, um Industrie 4.0 konsequent voranzutreiben und dabei Automatisierung, KI und IoT nutzen. Gartner prognostiziert, dass 5G-Netzwerke das mobile Ökosystem erweitern werden, um neue Bereiche wie die smarte Fertigung, den autonomen Transport, Remote-Healthcare, Präzisionslandwirtschaft und Einzelhandel abzudecken, wobei den sogenannten private Netzwerke vor allem für industrielle Anwender eine wesentliche Bedeutung zukommen wird.

Die Mobilnetzbetreiber stehen mit diesem Wandel nicht alleine da. Das digitale 5G-Ökosystem ist ein Netzwerk aus verschiedenen Akteuren, darunter Cloud Provider, Managed Security Provider, Unternehmen und Technologiepartner, die ihre Dienste sowohl durch Wettbewerb als auch durch Kooperation anbieten.

Ohne Ökosystem keine smarte Welt

Es braucht auch ein solches Ökosystem, um einen echten digitalen Wandel herbeizuführen. Während die Mobilfunkbetreiber mit der Bereitstellung der Kernelemente der 5G-Netzinfrastruktur betraut sind, erfordert die Verwirklichung der Vision einer echten digitalen Transformation Partnerschaften mit allen Beteiligten der Branche, die innerhalb der Wertschöpfungskette des 5G-Anwendungsfalles sitzen.

Buchtipp

Das Fachbuch "Cybersicherheit" führt grundlegend und praxisnah an die aktuellen Herausforderungen der IT-Security heran. Dabei werden bewusst neue digitale Entwicklungen, wie die Vernetzung industrieller Maschinen und Anlagen durch Industrie-4.0-Technologien, adressiert.

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Schlüsselakteure aus der Geschäftswelt und aus unternehmenskritischen Branchen, Regulierungsbehörden und Entscheidungsträger aus Kreisverwaltungen und Stadtverwaltungen haben alle eine Rolle, um die Vision von 5G-Nutzungsfällen in die Realität umzusetzen.

Dennoch steht hinter dem Versprechen von 5G ein Vorbehalt. Die Einführung von 5G setzt das gesamte Ökosystem der Service Provider einem viel größeren Risiko für Cyberangriffe aus. Da Verbraucher und Unternehmen zunehmend auf digitale Dienste angewiesen sind, sollte die Sicherheit nicht nur ein nachträglicher Gedanke sein.

Mit 5G-Netzwerken kommt eine größere Abhängigkeit von Cloud- und Edge-Computing, wodurch eine hochgradig verteilte Umgebung entsteht, die sich über Multi-Vendor- und Multi-Cloud-Infrastrukturen erstreckt.

5G-Einführung bringt neue Cyberrisiken mit sich

Die Komplexität wird durch das explosionsartige IoT-Wachstum und die Verlagerung von Workloads in die Cloud nach Meinung von Palo Alto Networks erhöht. In den Unternehmen noch relativ unbekannt sind die neuen Risikovektoren, die von IoT-Geräten ausgehen.

Um einen besseren Einblick in diese Problematik zu erhalten, führte Palo Alto Networks eine Studie durch, in der untersucht wurde, wie sich Cyberangriffe negativ auf die Gesamtleistung und Nutzbarkeit der IoT-Geräte und die von den IoT-Geräten angebotenen Dienste auswirken. Der Schutz von Anwendungen und Daten im Netzwerk, an den Endpunkten, in den Rechenzentren, an den Zweigstellen und in der Cloud ist und bleibt die größte Herausforderung.

Die Zukunft wird viele neue, digitale Dienste hervorbringen, aber auch neue Schwachstellen und Sicherheitslücken. Dies wird die Anzahl der potenziellen Einstiegspunkte erhöhen und gestiegene Sicherheitsrisiken für Service Provider, Unternehmen und Verbraucher mit sich bringen.

Der Nutzer wird stets das sicherste 5G-Netz wählen

Unternehmen werden nach 5G-Netzen Ausschau halten, die auf Sicherheit ausgerichtet sind, damit sie neue Anwendungen und IoT-Dienste mit Zuversicht einsetzen können, um den geschäftlichen Nutzen von 5G zu maximieren. Während die digitale Transformation bereits weit fortgeschritten ist, wird die Zeit knapp, um Sicherheitsfragen zu klären.

Bei 5G ist es unerlässlich, dass jede intelligente Verbindung mit intelligenter Sicherheit einhergeht. Der Ansatz zum Schutz des 5G-Ökosystems muss einfach sein, um die operative Komplexität zu durchbrechen; intelligent, um kontextbezogene Sicherheitsergebnisse zu liefern; und vorausschauend, um schnell auf bekannte und unbekannte Bedrohungen in Echtzeit zu reagieren.

Doch auf was soll man in diesem Zusammenhang achten? Drei Schwerpunktbereiche in Sachen Cybersicherheit sind nach Meinung von Palo Alto Networks für die 5G-Transformation entscheidend:

  • 1. Schutz der 5G-fähigen Telco-Cloud: Für den Aufbau von 5G-fähigen Telco-Clouds sind Unternehmen auf ein Netzwerk mit solider Sicherheit angewiesen, um verschiedene 5G-fähige Anwendungen und Dienste zu unterstützen.
  • 2. Managed Security Services der nächsten Generation: Anbieter von Managed Security Services benötigen einen völlig neuen Ansatz für den Aufbau agiler und innovativer verwalteter Sicherheitsdienste, um neue Einnahmequellen zu erschließen.
  • 3. Schutz privater LTE/5G-Netzwerke: Die Industrie führt private LTE/5G-Netze ein, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Die Cybersicherheit für diese Netze wird wichtiger denn je, um die vernetzte Landschaft zu schützen.

Als Hauptakteure der 5G-Wertschöpfungskette sind die Mobilfunkbetreiber in einer einzigartigen Position, um die digitale 5G-Wirtschaft nicht nur zu verbinden, sondern auch zu schützen. Sie benötigen nun die richtigen Sicherheitsansätze, um die Transformation nicht zu gefährden, die 5G-Einführung zu beschleunigen und das IoT-Wachstum zu unterstützen.

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