Nokia vs. Ericsson 5G in China: Des einen Leid, des anderen Freud?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Während der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson bei der letzten Ausschreibungsrunde der großen chinesischen Mobilfunkbetreiber ordentlich "absahnen" konnte, ging der finnische Konkurrent Nokia weitgehend leer aus. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

China hat fast 1,4 Milliarden Einwohner und ist deshalb ein großer, aber auch wettbewerbsintensiver Mobilfunkmarkt.
China hat fast 1,4 Milliarden Einwohner und ist deshalb ein großer, aber auch wettbewerbsintensiver Mobilfunkmarkt.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Chinas Carrier treiben den Ausbau des 5G-Netzes zügig voran. So haben die drei marktführenden Netzbetreiber China Mobile, China Telecom und China Unicom in den vergangenen Wochen Infrastrukturaufträge im Wert von nahezu zehn Milliarden Dollar vergeben. Nicht dabei: der finnische Ausrüster Nokia.

Ericsson gewinnt in China Marktanteile

Während der schwedische Wettbewerber Ericsson kräftig "abräumen" konnte, ist der finnische Telekommunikationsausrüster Nokia bei der Vergabe von 5G-Großaufträgen durch die drei wichtigsten chinesischen Telekommunikationsunternehmen so gut wie leer ausgegangen. Dies berichtet das (offiziöse) Nachrichtenportal China.org.cn.

Hingegen hat Ericsson bei der jüngsten Vergabe von 5G-Aufträgen beträchtliche Marktanteile in China hinzugewonnen. Berichten zufolge schloss das schwedische Unternehmen nicht nur einen Vertrag mit China Mobile im Wert von rund 593 Millionen US-Dollar ab, sondern hat auch den Zuschlag für einen zweistelligen Anteil an einer umfangreichen 5G-Ausschreibung von China Telecom und China Unicom erhalten.

Nokia priorisiert Nordamerika und Europa

Genannt für das schwache Abschneiden der Finnen werden vor allem "technische" Gründe. So sei Nokia "nicht in der Lage oder nicht willens gewesen", die von China gestellten technischen Anforderungen zu erfüllen zitiert China.org.cn einen Bericht, der auf dem amerikanische Fachportal Light Reading veröffentlicht wurde. Anscheinend haben aber auch Preisaspekte eine gewisse Rolle gespielt. Hinzu kommt., dass sich die Finnen speziell im 5G-Geschäft sehr stark auf die Märkte in Nordamerika und Europa konzentrieren, die als lukrativer gelten als der sehr wettbewerbsintensive chinesische Markt.

Laut dem am 30. April veröffentlichten Finanzbericht von Nokia beliefen sich die Umsatzerlöse des Unternehmens auf dem chinesischen Festland zwischen Januar und März auf 308 Millionen Euro, was nur etwa sechs Prozent des weltweiten Gesamtumsatz des Telco-Ausrüsters entspricht. Im Gegensatz dazu erwirtschaftete Nokia in Europa und Nordamerika mit mehr als 2,9 Milliarden Euro etwa 60 Prozent seines Gesamtumsatzes.

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